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"Wir müssen sein Leben retten" – Pamela Anderson nach Gefängnisbesuch bei Assange

"Wir müssen sein Leben retten" – Pamela Anderson nach Gefängnisbesuch bei Assange
Anderson und Hrafnsson bei ihren Statements vor dem Gefängnis am Dienstag
Zum ersten Mal seit seiner Verhaftung konnte Julian Assange Besuch von Freunden empfangen. Die Schauspielerin Pamela Anderson besuchte ihn gemeinsam mit WikiLeaks-Chef Kristinn Hrafnsson im Londoner Belmarsh-Gefängnis. Danach zeigten sich beide erschüttert.

Pamela Anderson hat WikiLeaks-Gründer Julian Assange am Dienstag im Gefängnis in London besucht. Nach ihrem Besuch im Belmarsh-Gefängnis trat die ehemalige Baywatch-Darstellerin gemeinsam mit dem WikiLeaks-Chef Kristinn Hrafnsson sichtlich bewegt vor die Presse. Anderson erklärte:

Es war sehr schockierend und schwierig, ihn so zu sehen. Er hat es nicht verdient, in einem Hochsicherheitsgefängnis zu sitzen. Er hat niemals eine Gewalttat begangen. Er ist unschuldig. Er hat keinen Zugang zur Bibliothek, zu einem Computer, er ist von jedermann abgeschnitten ...

Am Ende ihres Statements erklärte Anderson:

Wir müssen sein Leben retten. So ernst ist die Lage.

Hrafnsson ergänzte:

Es ist eine Frage von Leben und Tod.

In der vergangenen Woche war Assange in London zu 50 Wochen Haft verurteilt worden, weil er sich seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft dem Zugriff der Polizei entzogen hatte. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl vor, wegen Vergewaltigungsvorwürfen wurde gegen ihn in Schweden ermittelt. Assange befürchtete schon damals, über Schweden an die USA ausgeliefert zu werden.

Unterstützer von Julian Assange fordern seine Freilassung vor dem Londoner Gericht, wo er zu einer knapp einjährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

Nachdem ihm die Regierung Ecuadors das Asyl entzog, wurde Assange am 11. April dieses Jahres festgenommen und von Polizisten aus der Botschaft geschleift. Die USA fordern mittlerweile die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers. Die Verhandlung über den Auslieferungsantrag soll am 30. Mai fortgesetzt werden.

In den USA erwartet Assange eine Anklage wegen Verschwörung und möglicherweise auch wegen Landesverrats. Dabei droht ihm eventuell sogar die Todesstrafe. WikiLeaks hatte wiederholt geleakte Dokumente veröffentlicht, die unter anderem Kriegsverbrechen des US-Militärs und Interna der Arbeit US-amerikanischer Geheimdienste publik machten. 

Die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen kritisierte unterdessen das Vorgehen der britischen Justiz gegen Assange und nannte das Urteil gegen ihn unverhältnismäßig. Die Verletzung der Kautionsbedingungen sei ein minder schweres Vergehen. Der Haftbefehl sei in Verbindung mit Ermittlungen erlassen worden, die ein schwedischer Staatsanwalt 2010 aufgenommen, mittlerweile aber ohne Anklageerhebung eingestellt habe. 

Die Unterbringung Assanges in einem Hochsicherheitsgefängnis nannte die UN-Arbeitsgruppe unnötig und unverhältnismäßig. Die Arbeitsgruppe wurde von der früheren UN-Menschenrechtskommission eingesetzt und hat ihren Sitz in Genf. Über ihre Kritik an der britischen Justiz wurde hierzulande kaum berichtet.

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