icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Neuer Bericht: Starker Anstieg von Islamfeindlichkeit in Österreich

Neuer Bericht: Starker Anstieg von Islamfeindlichkeit in Österreich
Bericht: Islamfeindlichkeit nimmt in Österreich stark zu (Symbolbild)
Rassistisch motivierte Angriffe auf Muslime haben in Österreich seit dem Vorjahr um rund 74 Prozent zugenommen. Betroffen sind vor allem Frauen. Das geht aus dem neuen Bericht der Dokumentations- und Beratungsstelle Islamfeindlichkeit & antimuslimischer Rassismus hervor.

Wie aus dem heute veröffentlichten Report hervorgeht, wurden im Jahr 2018 insgesamt 540 Fälle von Diskriminierung registriert. Ein Jahr zuvor waren es noch 309 Fälle. In beinahe der Hälfte aller Fälle (46 Prozent) handelt es sich um "hate speech" - also Äußerungen, die zu Hass anstiften oder verletzend sind. So führt der Bericht ein Beispiel vom August 2018 an, in dem eine Frau zu einem 16-jährigen Mädchen im Bus sagte, dass sie "vergast" gehöre.

Der Busfahrer und die Passagiere griffen damals ein, die Frau musste bei der nächsten Station den Bus verlassen. Jedoch werden in dem Report auch Fälle genannt, in denen außenstehende Personen in einen Angriff nicht eingegriffen haben. Auch die Kategorien Beschmierung (17 Prozent), verbale Angriffe (14 Prozent) und Diskriminierung (sechs Prozent) tragen einen wesentlichen Teil zu den insgesamt 540 Fällen bei. Insbesondere zur islamischen Fastenzeit Ramadan wurden viele Beschmierungen getätigt.

Unkraut jäten, Grünanlagen pflegen: Laut Österreichs Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) sollen Asylbewerber nicht mehr als 1,50 Euro Stundenlohn bekommen.

Dabei wurden die meisten Fälle in Wien (155) gemeldet. Wie die Dokumentationsstelle erklärt, könnte dies damit zusammenhängen, dass die Organisation ihren Sitz in Wien hat und primär in der Hauptstadt tätig ist. Ein weiteres Beispiel ereignete sich im Januar 2018 in einem Wiener Schwimmbad, als eine Besucherin den Burkini einer Frau als "unhygienisch" bezeichnete und sich beim Bademeister beschwerte. 

Mehr zum Thema - Rechtsterrorismus oder Hexenjagd? Der Fall Martin Sellner

Urteilt man nach den Orten der Ereignisse, so ereignet sich die überwiegende Mehrheit aller Fälle im Internet. Im realen Leben werden die Straftaten meistens in (halb-)öffentlichen Einrichtungen, Bildungsstätten und muslimischen Einrichtungen verübt. Besonders furchteinflößend seien laut der Beratungsstelle Hassbeschmierungen in den Toiletten der Universität Wien.

Die Opfer der Angriffe sind in 83 Prozent der Fälle Frauen. Der Bericht erklärt jedoch, dass die Anzahl der männlichen Betroffenen in den letzten Jahren stark zugenommen habe. Die Männer teilten mit, dass sie, wenn sie traditionell gekleidet seien, häufiger von Polizisten aufgehalten würden.

Dass dies keine Einzelfälle sind, bestätigt ein ähnlicher Fall, der sich letzten Samstag im Wiener Bezirk Neubau abspielte. Eine junge Muslimin wurde an einer Straßenbahnhaltestelle von einer älteren Frau aufgrund ihrer Herkunft angegriffen und beleidigt. Die Frau beschimpfte sie mit Aussagen wie "das ist mein Land", oder "die FPÖ schmeißt Tiere wie dich raus" und "du wirst nicht hier bleiben in diesem Aufzug". Außerdem forderte sie die junge Muslimin auf, sich auf den Boden zu setzen, da sie "dorthin gehöre". Obwohl die 25-Jährige erklärte, in Österreich geboren zu sein, ließ die Frau nicht locker und bespuckte das Opfer, bevor sie in eine Straßenbahn einstieg. Die junge Frau filmte ihre Peinigerin, das Video wurde von ihrer Freundin, einer Aktivistin, ins Netz gestellt. Die Aufnahmen wurden vielfach geteilt und lösten eine Debatte über Rassismus aus. Auch der österreichische Außenminister Sebastian Kurz kommentierte den Vorfall auf Facebook:

"Eine widerliche Attacke, die ich auf das Schärfste verurteile. In Österreich stehen wir für ein respektvolles und friedliches Miteinander aller Religionen!"

Ob der Fall angezeigt wurde, ist noch unklar.

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen