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Zu weit für Einknicken vor Washington: Nord Stream 2 zur Hälfte bereits verlegt

Zu weit für Einknicken vor Washington: Nord Stream 2 zur Hälfte bereits verlegt
Die Hälfte der Nord-Stream-2-Pipeline ist bereits verlegt. Bild: Solitaire-Rohrverlegeschiff und das Fortitude-Versorgungsschiff bei der Vorbereitung zur Verlegung der Erdgasleitung in der Ostsee bei Finnland, 5. September 2018.
Rund die Hälfte der von der US-Regierung bekämpften Ostseepipeline Nord Stream 2 ist nach Angaben des Investors OMV bereits fertiggestellt. Etwa 600 von insgesamt 1.200 Kilometern zwischen Russland und Deutschland seien verlegt, teilte der OMV-Chef am Mittwoch mit.

Der Chef des österreichischen Energiekonzerns OMV, Rainer Seele, erklärte am Mittwoch in Wien, dass bereits die Hälfte der Pipeline zwischen Russland und Deutschland verlegt ist. "Wir machen weiter wie bisher", sagte er mit Blick auf den Druck aus Washington gegen Nord Stream 2. 

Die USA, Polen und die Ukraine stellen sich gegen das Projekt und verweisen offiziell auf Sorgen um Energiesicherheit, geopolitische Auswirkungen und die Gefahr einer zu großen Abhängigkeit vom russischen Gas.

Deutschland wird völlig abhängig von russischer Energie, wenn es nicht sofort seinen Kurs ändert," warnte in dem Zusammenhang US-Präsident Donald Trump.

Dass vor allem für Washington in erster Linie eigene wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen, ist längst kein Geheimnis mehr. Neben Polen soll auch Deutschland das Flüssiggas aus den Vereinigten Staaten kaufen. Sanktionen, das Rundumschlag-Druckmittel Washingtons, sollten auch in diesem Fall eingesetzt werden, drohte der umstrittene US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, deutschen Firmen, welche es wagten, sich an dem Projekt zu beteiligen.

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Jüngst malte ein ranghoher US-Regierungsvertreter den Teufel an die Wand:

Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Ist die Pipeline erst fertiggestellt, verliert Europa seinen Handlungsspielraum gegenüber Russland," zitierte die Deutsche Welle den nicht weiter benannten Kommentator.

Die Investoren der Pipeline hingegen betonen das Eigeninteresse Washingtons zur Vermarktung von US-Flüssiggas in Europa und wollen sich davon nicht unter Druck setzen lassen, zumal zu diesem Zeitpunkt. "Ein Scheitern des Zehn-Milliarden-Projekts würde das Vertrauen von Investoren in den Standort beschädigen", betonte Seele. An dem Projekt sind acht Investoren beteiligt – darunter auch Shell und die deutsche Wintershall.

Für die OMV war 2018 laut Seele wegen des gestiegenen Ölpreises und Sparmaßnahmen sehr erfolgreich. Das Ergebnis vor Steuern stieg um etwa das Doppelte auf 3,5 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 23 Milliarden Euro zu. Die Kosten für die Förderung eines Barrels Öl sanken deutlich. "Wir befinden uns in der Spitzenregion des Wettbewerbs", sagte Seele zu den Produktionskosten.

Für 2019 plane die OMV noch den Einstieg in ein russisches Öl- und Gasfeld. Insgesamt wolle die OMV mehr Gas als Öl fördern. Schon jetzt habe Gas einen Anteil von 54 Prozent, sagte Seele. Er verwahrte sich dagegen, in der Klimadebatte alle fossilen Energieträger über einen Kamm zu scheren. Es sei unzulässig, Erdgas in einem Atemzug mit Kohle zu nennen. "Gas ist Teil der Lösung und nicht Teil des Problems", so Seele.

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