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Auschwitz: Rechtsextreme forderten in Protesten die Befreiung Polens von den Juden - am Gedenktag

Auschwitz: Rechtsextreme forderten in Protesten die Befreiung Polens von den Juden - am Gedenktag
Am Holocaust-Gedenktag sind etwa 100 Rechtsextreme durch Auschwitz marschiert und haben an der Stelle, wo die Nazis im Zweiten Weltkrieg über eine Million Juden ermordet haben, antisemitische Parolen von sich gegeben. Die Polizei wertet derzeit Videobeweise aus.

Am Sonntag, einem Gedenktag an den Nazi-Terror, erreichten Videos, Tonaufnahmen und Fotos von der ultra-nationalistischen Kundgebung im berüchtigten NS-Vernichtungslager die zuständige Staatsanwaltschaft. Den Behörden zufolge nahmen etwa 70 bis 100 Demonstranten an dem Marsch teil, der zur gleichen Zeit stattfand wie die Veranstaltung polnischer Offizieller und Holocaust-Überlebender, die den 74. Jahrestag der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee im Jahr 1945 begingen. Die beiden Gruppen waren auf getrennten Seiten der Gedenkstätte versammelt und kamen nicht in Berührung.

Auschwitz: Rechtsextreme forderten in Protesten die Befreiung Polens von den Juden - am Gedenktag

Fotos vom Marsch der Rechten zeigen Demonstranten, die polnische Fahnen durch jenes Tor tragen, das die berüchtigte Aufschrift "Arbeit Macht Frei" trägt. Währenddessen sollen sie die polnische Nationalhymne gesungen haben.

Die Demonstration wurde von Piotr Rybak angeführt, einem polnischen Nationalisten, der bereits im Jahr 2015 wegen der Verbrennung eines Bildes, das einen Juden darstellt, verhaftet wurde.

"Die jüdische Nation und Israel tun alles, um die Geschichte der polnischen Nation zu verändern. Polnische Patrioten können das nicht zulassen", hat Rybak laut Reuters bei der Demonstration erklärt. "Es ist Zeit, gegen das Judentum zu kämpfen und Polen von ihm zu befreien!" soll Rybak laut lokalen Medien hinzugefügt haben.

Rybak und seine Anhänger drückten ihren Unmut über die polnische Regierung aus, indem sie darauf hinwiesen, dass diese den jüdischen Opfern des Lagers Tribut zollte und dabei gleichzeitig die 150.000 nicht-jüdischen Polen ignorierte, die dort getötet wurden. Einige ihrer Flaggen trugen die Aufschrift "Polnischer Holocaust".

Ein Zaunabschnitt des Geländes des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des Lagers, Oswiecim, Polen, 27. Januar 2019

Die Demonstration fand nicht auf dem Gelände des Lagers statt, sondern vor seinen Toren und war daher legal, twitterte der Polizeisprecher Mariusz Ciarka.

Der polnische Innenminister Joachim Brudzinski verteidigte das Vorgehen der örtlichen Polizei und erklärte auf Twitter, dass die Versammlung antisemitischen "Hooliganismus" von Menschen darstelle, die "nicht ganz richtig im Kopf" seien, aber technisch nicht gegen das Gesetz verstoßen hätten. Nachdem er von einer Reihe von Vertretern der oppositionellen Bürgerplattform kritisiert worden war, korrigierte er, die Reaktion der Polizei hätte "angemessener" sein können.

Eine Studie des The Holocaust Remembrance Project an der Yale University und des Grinnell Colleges, die letzte Woche veröffentlicht wurde, warnt vor einer weit verbreiteten Holocaust-Leugnung in Osteuropa.

Polen, Ungarn, Kroatien und Litauen erhielten eine "rote" Bewertung, was darauf hindeutet, dass diese Länder ernsthafte Probleme damit haben, "ihrer tragischen Geschichte gerecht zu werden", erklärten die Forscher.

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