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Interview mit irischem Journalisten zu Brexit: "Großbritannien wird EU nicht verlassen"

Interview mit irischem Journalisten zu Brexit: "Großbritannien wird EU nicht verlassen"
Die britische Premierministerin Theresa May bei einer Pressekonferenz im Anschluss an eine Sondertagung des Europäischen Rates am 25. November 2018 in Brüssel.
Im Interview hat ein Brexit-Experte erklärt, warum er nicht daran glaubt, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austreten wird. Neben Spannungen in Nordirland sei die britische Wirtschaft außerhalb der EU, vor allem im Commonwealth-Raum, nicht mehr konkurrenzfähig.

von Ali Özkök

RT Deutsch hat mit dem irischen Journalisten und Politikexperten Bryan MacDonald gesprochen. Er hat für zahlreiche irische Medien wie dem Evening Herald, Ireland On Sunday und dem Irish Independent gearbeitet. Gegenwärtig ist er Kolumnist bei RT International.

Die britische Premierministerin May ist mit ihrem Brexit-Deal im Parlament gescheitert. Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptgründe, warum sie nicht erfolgreich war?

Mays Problem ist ganz einfach. Sie hat der irischen Regierung in Dublin versichert, dass es keine harte Grenze in Irland geben wird. Den pro-britischen Ulster-Unionisten sagte sie auch, dass es keine harte Grenze zwischen Großbritannien und Nordirland geben wird. Aber sie besteht auch darauf, dass es keine Zollunion zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU geben wird. Das Problem an diesen Aussagen ist, dass es einfach unmöglich ist, dass alle drei Szenarien zeitgleich eintreten.

Emmanuel Macron und Angela Merkel, Berlin, Deutschland, 18. November 2018.

Es wurden keine offiziellen Termine für die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit der EU durch das Vereinigte Königreich bekannt gegeben. Wie stehen die Chancen, dass London die EU überhaupt nicht verlässt, und was könnten die Gründe dafür sein?

Ich habe wiederholt prognostiziert, dass ich nicht glaube, dass das Vereinigte Königreich die EU verlassen wird. Oder zumindest, wenn es austritt, dann ist das einzig mögliche Szenario ein chaotischer "No Deal", also kein Abkommen. Es gibt genug Möglichkeiten, eine Einigung für alle Seiten zu erzielen, es sei denn, Brüssel wirft Dublin unter den Bus. Und es wäre selbstmörderisch, wenn die Eurokraten das tun würden, da sich andere kleine Mitgliedsstaaten nie wieder sicher fühlen würden.  

Warum hat die britische Regierung einerseits Angst vor einem harten Brexit, und warum gibt es andererseits so viele Politiker, die genau das fordern?

Ein Großteil des politischen Establishments wünscht sich einen "No Deal"-Brexit. Diese Politiker spielen mit englisch-nationalistischen Fantasien. Und sie können es wahrscheinlich den Iren verübeln. Und wahrscheinlich können sie die Iren dafür verantwortlich machen, wenn es nicht läuft.

Das britische Verteidigungsministerium hat angeordnet, dass Armeereservisten in Bereitschaft gesetzt werden, um mögliche Unruhen zu unterdrücken. Wie ordnen Sie diese Entscheidung ein?

Es gibt noch mehr Unruhen, wenn der Brexit abgesagt wird. Aber es wäre eher politischer Natur. Wahrscheinlich würde dabei Nigel Farage die Speerspitze dieser Spannungen werden.  

Es wird von EU-kritischer Seite immer wieder behauptet, dass London nach dem Brexit viel erfolgreicher sein könnte, wenn es auf bilaterale Verträge und die Wiederbelebung des Commonwealth setzt als im Rahmen einer Assoziierung mit der EU. Wie stehen sie zu dieser Ansicht?

Johnson bei seiner Rede in Rocester am Freitagmorgen

Das ist totaler Unsinn. Großbritannien produziert nichts, was das Commonwealth braucht. Und die meisten dieser Märkte sind weit weg und bereits in andere Lieferketten eingebunden. Warum sollte Australien den Handel mit Großbritannien dem Handel mit China vorziehen wollen? London ist mehr von Nutzen für korrupte Führer in Entwicklungsländern des Commonwealth. Diese können dort ihre unrechtmäßigen Gewinne und ihr Vermögen verstecken.  

Konservative Kreise im Vereinigten Königreich behaupten, dass die EU, insbesondere Deutschland, den Zugang zum britischen Markt verlieren wird, wenn der Brexit erfolgen sollte. Ist das eine reale Sorge?

Die deutsche Wirtschaft befürchtet mit Sicherheit einen eingeschränkten Zugang zum britischen Markt, vor allem, wenn sich das Wachstum verlangsamt und die Rezession einsetzt. Aber es geht hier um Politik, nicht um Wirtschaft. 

Vielen Dank für das Gespräch!

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