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Die Personifikation der "Werte": Financial Times küren Georges Soros zur Person des Jahres

Die Personifikation der "Werte": Financial Times küren Georges Soros zur Person des Jahres
Der Großinvestor, Hedgefonds-Manager und "Philantroph" George Soros
Er repräsentiert all das, wofür sich die transatlantische Gesellschaft gerne selber feiert – die vielbeschworenen Werte der "Offenheit" und "Freiheit". Jetzt wurde er dafür von den Financial Times zur Person des Jahres gekürt. Doch ein "Demokrat" ist Soros kaum.

Er steht wohl wie kein anderer für den natürlichen Widerspruch zwischen Raubtierkapitalismus und dem altruistischen Dienst am Menschen – ähnlich wie das System, dem er seinen fabelhaften Reichtum verdankt, selbst. Dies mag ein Grund dafür sein, warum der 1930 in Budapest als György Schwartz geborene George Soros vor allem in den Staaten der transatlantischen Wertegemeinschaft derartig unkritisch hofiert und gefeiert wird. "Stehle soviel du kannst und tue dann Gutes" ist wohl auch das Motto, unter dem sich die Selbsttäuschung der "liberalen Demokratien" mit ihrem oft fatalen Sendungsbewusstsein zusammenfassen ließe.

In einem Interview mit der Financial Times klagt der 87-Jährige Milliardär George Soros über eine weltweit zu beobachtende Welle an Patriotismus und Populismus.

Es ist also nur konsequent, dass die Financial Times den "Vater der Hedge-Fonds-Industrie" zur Person des Jahres erklärt. Nicht von ungefähr wird er daher auch nicht aufgrund seiner "Errungenschaften" geehrt, sondern "auch aufgrund der Werte, die er repräsentiert".

Diese Werte vertrat er auch Zeit seines Lebens, oft zum Schaden der Gesellschaft und dann wieder zu deren vermeintlichen Vorteil. Dass Soros, wie sich die Financial Times erinnert, einst als "das einzige Individuum mit einer Außenpolitik" galt, kann demnach nur all den "starken Männern rund um den Globus" nicht schmecken. Dass der Multimilliardär kein politisches Mandat besitzt und dennoch die Macht und das Vermögen, um ganze Staaten in die Knie zu zwingen oder deren Geschicke zu beeinflussen, scheint dabei nicht im Widerspruch zu der Idee einer repräsentativen Demokratie zu stehen, in der alle Macht vom Volk ausgeht und nicht von einzelnen Multimilliardären. Kein Thema: Soros streitet schließlich für die "gute Sache" und ist Lichtgestalt der "liberalen Demokratien und offenen Gesellschaft".

Was jedoch ist an dieser Art Einflussnahme demokratischer als das Vorgehen der "totalitären Systeme", denen er sich ein ums andere Mal durch die globalen Arme seiner "Open Society Foundations" ritterhaft entgegenstellte? Jeder Einwand, jeder Widerspruch, jede Aufforderung, sich doch bitte nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen, kann jedoch nur "rechtspopulistisch", "verschwörungstheoretisch" oder schlimmer noch "antisemitisch" motiviert sein.

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Die Financial Times selbst weist auf die Widersprüche des Georges Soros hin, freilich als Ansicht der "Kritiker":

Kritiker von Herrn Soros haben auf unvereinbare Widersprüche in seiner Persönlichkeit hingewiesen – er hat sein Glück als rücksichtsloser Spekulant gemacht, der die Folgen seiner Mega-Wetten wenig beachtet, sie aber mit messianischem Eifer verschenkt. Sie entdecken in seiner Philanthropie ein Gefühl der unterdrückten Schuld", heißt es in der Lobhudelei.

Diejenigen, die ihn gut kennen, was ganz offensichtlich mit Kritiklosigkeit einhergeht, "sagen jedoch, dass der gleiche Strang der Rebellion und der hohen Risikobereitschaft durch alles hindurchgeht, was er erreicht hat, sei es im Fondsmanagement oder in der Philanthropie".

Kasino-Kapitalismus als Akt der Rebellion, Fondmanagement und Menschenliebe als zwei Seiten derselben Medaille. Eine sehr eigenwillige Interpretation, mit der es sich auch als "Wertegemeinschaft" sicherlich gut leben lässt.

Im Jahr 2009 erklärte Soros der Öffentlichkeit selbst seine "Philosophie" der gerechtfertigten weil wertebasierten Ein-Mann-Einmischung:

(…) In einer offenen Gesellschaft konnte jeder Einzelne seinen eigenen Plan verfolgen. Die Umwandlung von einer geschlossenen [kommunistischen] zu einer offenen Gesellschaft erforderte Hilfe von außen – und diese sollten meine Stiftungen gewähren.

Seine Open Society Foundations sind, hinter der Bill and Melinda Gates Stiftung, die finanziell potentesten Stiftungen weltweit, da schlummert viel Potential um zu "helfen". Die Entscheidung darüber, wer Hilfe erfährt, ist dabei freilich durch keinen demokratischen Prozess legitimiert. "Offenheit" im Sinne von Transparenz und Debatte ist mit diesem Vorgehen sicherlich nicht vereinbar. Dabei macht sich Soros immer wieder mit den Zielen einer US-Elite gemein, die sich längst von den Prinzipien ihrer Verfassung getrennt hat und der es als Quasi-Oligarchie am Ende vor allem um Vorherrschaft und Marktanteile, letztlich um Profit für die Wenigen, geht und die für dieses Ziel je nach Gusto die "Freiheit" als Waffe einsetzt. Es ist nicht bekannt, dass sich der in Großbritannien studierte Philosoph Soros jemals zum absolut undemokratischen Einfluss der Wirtschaftseliten auf Politik und Gesellschaft als systemischen Bestandteil des global entfesselten Turbokapitalismus geäußert hätte. Der Kampf gegen die Schattenseiten der "Freiheit" scheint Soros' Sache nicht zu sein.

US-Milliardär George Soros 1993 mit dem russischen Präsidenten Boris Jelzin.

Die Ziele, denen sich Soros verschrieben hat, darunter "zivilgesellschaftliche und demokratische Partizipation", sind als solche keinesfalls in Gänze abzulehnen, doch sind sie selbst in den Gesellschaften, als dessen personifizierte Reinkarnation er sich offenbar betrachtet, alles andere als ungefährdet. Die "Offenheit", der sich Soros verschrieben hat, galt ohnehin und wenn überhaupt in den "freien Gesellschaften" nur nach innen. In der Politik gegenüber anderen Nationen galt und gilt das Postulat der geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen.

Soros überwies im vergangenen Jahr mit 18 Milliarden US-Dollar einen Großteil seines Vermögens an die Open Society Foundation, auch um somit sicherzustellen, dass seine Arbeit weitergetragen wird. Einen Nachfolger hat er laut Financial Times auch schon gefunden – seinen Sohn Alexander.

Wir kämpfen für Prinzipien, wir kämpfen unabhängig von den Ergebnissen, Sieg oder Niederlage. Ich verliere aber nicht gerne", lautet die Kampfansage des 88-Jährigen.  

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