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Leere Zapfsäulen in Frankreich: Ölriese Total beschwert sich über Proteste der "Gelbwesten"

Leere Zapfsäulen in Frankreich: Ölriese Total beschwert sich über Proteste der "Gelbwesten"
Der französische Ölriese Total teilte am Montag mit, dass mehreren Dutzend seiner Tankstellen der Kraftstoff ausgegangen sei. Schuld sei der nunmehr zweiwöchige Protest der sogenannten "Gelbwesten" gegen die Erhöhung der Kraftstoffsteuer.

von Ali Özkök

Ein Total-Sprecher kritisierte, dass die Demonstrationen der "Gelbwesten" den Zugang zu insgesamt elf Tanklagern behindert hätten.

Infolge der Unruhen seien rund 75 Tankstellen die Kraftstofftanks ausgegangen, weil sie keine Lieferungen mehr erhalten hätten, fügte der Sprecher hinzu. Landesweit sei die Versorgung noch größtenteils gedeckt, heißt es aus französischen Medien. Insgesamt verfügt Total über 2.200 Tankstellen in Frankreich.

Im Départment Morbihan in der westfranzösischen Bretagne, die besonders betroffen ist, erwägen Behörden inzwischen, die Benzinmengen für Autofahrer zu rationieren, um zu verhindern, dass noch mehr Tankstellen Benzin und Diesel ausgehen, teilte ein lokaler Beamter Medien mit.

Autofahrer in Frankreich erzählten im Gespräch mit RT Deutsch, dass es in den letzten Tagen zu Problemen kam. Der südlich von Lyon in Valance lebende Autofahrer Eliott Soulié kommentierte:

Es ist kein wirklicher Mangel, mit dem wir es zu tun haben. Dank der Weitsicht der Tankstellen gibt es Rationen, die gekauft werden können. Dennoch war das zentrale Kraftstofflager von Valance für einen Großtteil der letzten Woche gesperrt.

"Sonst wäre sicherlich Panik ausgebrochen und die Tankstellen würden binnen kürzester Zeit leergekauft werden. Ich habe beobachtet, dass Leute begonnen haben, sich mehrere Kanister abzufüllen, um für alle Eventualitäten in den nächsten Tagen mobil zu bleiben", fügte Soulié hinzu.

Ali Karamaden aus der ostfranzösischen Stadt Straßburg sagte RT Deutsch:

Einige Kommunen haben den Verkauf von Kraftstoff auf 30 Liter pro Auto rationiert. Wir befürchten, wenn sich die Regierung nicht bald mit den Demonstranten zusammensetzt, dann könnte es zu ernsteren Einbrüchen kommen, darunter natürlich beim Sprit, aber auch den Flughäfen und in Industriegebieten.

Demonstranten haben in den vergangenen Tagen ganze Straßen in Großstädten Frankreichs blockiert und den Zugang zu Tanklagern, Einkaufszentren und einigen Flughäfen behindert. Am Samstag verwandelten Unruhestifter einige zentrale Pariser Stadtviertel in Kampfzonen.

Am Samstag wurden die Straßendemonstrationen in Paris gewalttätig. Die Polizei intervenierte brutal gegen Protestgruppen, die sich unter anderem weigerten, sich vom Arc de Triomphe und der Champs-Élysées zu entfernen.

Fast 150 Menschen wurden verletzt und mehr als 400 wurden verhaftet.

Am Sonntagabend und Montag begannen auch Krankenwagenfahrer und Studenten, sich an Protesten zu beteiligen. In der Stadt Toulouse eskalierte die Situation. Die Polizei löste eine Schülerdemonstration gewaltsam auf und setzte dabei Tränengas ein.

In Paris protestieren Krankenwagenfahrer gegen unerträgliche Arbeitsbedingungen. Sie blockierten die Zufahrt zur Nationalversammlung in Paris.

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