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Nach Reportage über 77. Brigade: Großbritannien wirft russischem Journalisten vor, Spion zu sein

Nach Reportage über 77. Brigade: Großbritannien wirft russischem Journalisten vor, Spion zu sein
Der Leiter des britischen Büros von Channel One (Pervy Kanal/Erster Kanal), Timur Siraziev.
Russophobie goes on: Die Berichterstattung über eine Einrichtung für den Cyberkrieg wurde dem russischen Journalisten Timur Siraziev zum Verhängnis. Die britische Armee alarmierte daraufhin alle ihre Stützpunkte und warnte vor einer Unterredung mit dem Journalisten.

Unter keinen Umständen sollten britische Militärs mit dem russischen Journalisten reden, falls sich dieser einer Militäreinrichtung nähert. Dies geht aus einem Dokument hervor, welches der Daily Mail vorliegt. Die Militärangehörigen werden für den Ernstfall dazu angehalten, die nächste Polizeistation zu kontaktieren, damit sich diese der "Gefahr" annehmen könnte.

Der Botschafter Österreichs Johannes Eigner öffnet die Tür des Außenminisiteriums am Smolenskaja Ploschad in Moskau am 9. November 2018.

In den britischen Medien als "Spion" bezeichnet, wollte der Leiter des britischen Büros des russischen Ersten Kanals (Channel One/Perwy Kanal) im November über die 77. Brigade-Basis berichten. Timur Siraziev und dessen Kameramann präsentierten ihre Presseausweise an der Kontrollstelle des Stützpunkts in Berkshire. Ihnen wurde jedoch der Zugang verweigert. Daher verlegten sie ihre Berichterstattung vor die Einrichtung. Siraziev:

Ich näherte mich einem Kontrollpunkt und stellte mich vor (...) sagte, dass wir reden wollten. 

Versteckt habe er sich mit seinem Kameramann nicht. Eine vorherige Kontaktaufnahme mit der Pressestelle des Verteidigungsministeriums war ohne Antwort geblieben.

Sirazievs Vorgehen unterschied sich nicht von denen eines typischen Journalisten bei seiner Arbeit. Das britische Militär scheint dies aber anders zu sehen. Der ehemalige britische Kommandant, Oberst Richard Kemp, sagte der Daily Mail

Diese Art von Aktivität spioniert alle Absichten und Zwecke aus und wird tiefe Besorgnis bei den Mitarbeitern der 77. Brigade und deren Familien aufkommen lassen. 

Was stellte eine derarte Bedrohung der Handlungen des russischen Journalisten dar (abgesehen von der einfachen Tatsache natürlich, dass er Russe ist?), dass ihn London als Spion abstempelte? Anderen wurde der Zugang gewährt. Carl Miller forscht über soziale Medien und schreibt auch häufig über die russische Bedrohung. Er erhielt Zutritt zur besagten Einrichtung. Für Wired verfasste er danach einen Bericht mit dem Titel: "In der geheimen Kriegsmaschine der britischen Armee". Ihm wurden viele Fragen über die Arbeit beantwortet. 

Für einen britischen

Siraziev stützte sich in seinem Bericht auf Fakten der Basis, die ihm durch Millers Erläuterungen auf Wired und anderen britischen Medien und offenen Quellen zur Verfügung standen. Die Brigade wurde hier auch als "Facebook-Krieger" beschrieben, bestehend aus handverlesenen Technologie- und Computerexperten, die sich auf die Durchführung von psychologischen Einflüssen und Informationsoperationen konzentrieren. Wenn jedoch ein Russe über die gleichen Dinge berichtet, dann wird dies zur "Spionage".  Siraziev veröffentlichte auf Instagram eine Stellungnahme und schrieb, dass er "kein Spion, sondern Journalist" sei. Die britischen Medien beschuldigte er, "Lügen zu verbreiten". 

Es scheint jedoch, dass Großbritannien in diesen Tagen jeden Russen als Spion darstellt. Anfang November veröffentlichte die Times einen Artikel der Henry Jackson Society, in dem "ein Viertel der Hälfte der russischen Expats", die in Großbritannien leben, für "Informanten" gehalten werden. Im Jahr 2014 wohnten geschätzt 150.000 Russen in London, darunter laut des Thinktanks "75.000 Informanten". Kritik in den sozialen Netzwerken wurde laut, nachdem bekannt geworden war, dass sich der Bericht allein auf 16 Gespräche stützte.

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