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Anonymous deckt massive antirussische Psyop auf – gesteuert von London, Washington und NATO

Anonymous deckt massive antirussische Psyop auf – gesteuert von London, Washington und NATO
Anonymous hat zahlreiche Dokumente veröffentlicht, die eine von Großbritannien geführte, internationale Geheimoperation aufdecken. Unter dem Vorwand, "russischer Propaganda" entgegenzuwirken, wird massiv auf Politik und öffentliche Meinung Einfluss genommen.

Die Gruppe Anonymous hat ein umfangreiches geheimes Netzwerk aufgedeckt, das mit der psychologischen Kriegsführung in ganz Europa und darüber hinaus befasst ist.

In einer Reihe von Dokumenten stellte Anonymous am 5. November die sogenannte britische "Integrity Initiative" vor, die im Jahr 2015 vom ominösen "Institute for Statecraft" gegründet wurde. Deren Hauptziel ist es, "eine koordinierte westliche Reaktion auf russische Desinformation und andere Elemente der hybriden Kriegsführung" hervorzubringen.

Dabei ist gerade das Institute for Statecraft nicht ganz unabhängig und objektiv, ist es doch der NATO HQ Public Diplomacy Division sowie dem vom britischen Innenministerium finanzierten Programm "Prevent" angeschlossen.

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Für einen britischen

Die geheime, mit einem Jahresbudget von 1,9 Millionen Pfund (2,4 Millionen US-Dollar) ausgestattete sogenannte Integritätsinitiative besteht aus "Clustern" von lokalen Politikern, Journalisten, Militärangehörigen, Wissenschaftlern und Akademikern. Das Team widmet sich der Suche nach und Veröffentlichung von "Beweisen" für die vermeintliche russische Einmischung in europäische Angelegenheiten, während es sich selbst hinter den Kulissen mit Beeinflussung beschäftigt.

In einem besonders auffälligen Fall der Projizierung scheint das britische Establishment genau jene Aktivitäten durchzuführen, die sowohl die britische Regierung als auch deren Verbündete dem Kreml seit langem vorwerfen, jedoch ohne diese mit Beweisen zu unterlegen. Das Programm ziele auch darauf ab, "die Einstellungen in Russland selbst zu ändern" und die russischen Sprecher in der EU und Nordamerika zu beeinflussen, heißt es in einem der nun veröffentlichten Dokumente.

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Derzeit befasst sich das riesige Netzwerk mit Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, Griechenland, den Niederlanden, Litauen, Norwegen, Serbien und Montenegro – und das ist noch nicht alles.

Laut dem Anonymous-Leak bestehen bereits große Pläne zur Ausweitung des Einflussbereichs auf Osteuropa, die USA und Kanada sowie die Regionen Nahost und Nordafrika.

Die Arbeit der Cluster erfolgt demnach unter absoluter Geheimhaltung über verdeckte Kontakte, die in die britischen Botschaften eingebettet sind.

Die gemeinsame Analyse der vorgeblichen "russischen Angriffe" in Zusammenarbeit auf Regierungsebene hätte zudem das Potenzial, die internationale "Zusammenarbeit und den Zusammenhalt der Allianz" zu verstärken.

Die Initiative behauptet von sich, keine Regierungsstelle zu sein, sondern mit ungenannten britischen "Regierungsbehörden" zusammenzuarbeiten. Dabei hat sie 168.000 Pfund Sterling aus Mitteln der NATO Public Diplomacy und 250.000 Pfund Sterling vom US-Außenministerium erhalten. Zu den angeblichen Mitgliedern gehören britische Abgeordnete und hochkarätige, scheinbar "unabhängige" Journalisten, die in jedoch ein Faible für antirussische Stimmungsmache haben, wie ein kurzer Blick auf ihre Twitter-Feeds zeigt.

So schrieb beispielsweise Edward Lucas, Journalist für die Times, geradezu panisch auf Twitter, warum niemand in der britischen Regierung auf einen "bevorstehenden russischen Staatsstreich bei Interpol" hingewiesen habe. Und das, obwohl die britische Regierung doch angeblich eine umfassende Herangehensweise gegenüber "Russland und anderen feindlichen Staaten" habe.

Der Abgeordnete der Konservativen Bob Seely verweist auf seinen Bericht "Das Geld der mit dem Kreml verbundenen Oligarchen wird verwendet, um unserer Demokratie zu schaden – wir müssen uns verteidigen".

Eine von der Gruppe angeführte Fallstudie zeigt als Beispiel ihrer Aktivitäten, wie effektiv die Strategie sein könnte. Den Dokumenten zufolge wurde die "Moncloa-Kampagne" vom spanischen Cluster der Gruppe durchgeführt, um die Ernennung von Oberst Pedro Baños zum Direktor des spanischen Ministeriums für Heimatschutz zu verhindern. Und das Ganze erforderte lediglich siebeneinhalb Stunden der Arbeit von mehreren hochkarätigen spanischen Journalisten, die der geheimnisvollen Gruppe angehören.

Die spanische Regierung bereitet sich darauf vor, Oberst Baños, bekannt für seine prorussischen und Pro-Putin-Positionen in den syrischen und ukrainischen Konflikten, zum Direktor des Ministeriums für Heimatschutz zu ernennen, einem Schlüsselorgan an der Moncloa", so Nacho Torreblanca in einem umfangreichen Twitter-Thread.

Miguel Ángel Quintana Paz, Journalist von El País, schrieb, Baños sei für die Geopolitik das, was ein Homöopath für die Medizin ist; ihn zu ernennen, wäre "eine Schande".

Spanische Medien wie El País berichteten im Anschluss entsprechend. Auffallend ist auch, dass Mitglieder des britischen Teams wie der Abgeordnete Bob Seely auch im Dokument zu Baños aufgeführt werden. Letzterer unterlag Miguel Ángel Ballesteros.

So schrieb Seely denn auch zu den spanischen Angelegenheiten per Twitter:

Interessante Wahl, möglicherweise eine besorgniserregende Wahl. Spaniens neuer Mann für nationale Sicherheit wird als Pro-Putin angesehen.

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