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Folge der Austerität: Griechen können sich immer weniger Nahrungsmittel leisten

Folge der Austerität: Griechen können sich immer weniger Nahrungsmittel leisten
Supenküche in einem Athener Kloster im Februar 2017
Seit zehn Jahren wird in Griechenland "gespart". Die Folgen sind dramatisch. Immer mehr Griechen sind von Armut bedroht. Eine neue Studie zeigt nun, dass sich immer weniger Menschen noch eine angemessene Versorgung mit Nahrungsmitteln leisten können.

Steuererhöhungen, Privatisierungen, Liberalisierung der Märkte – mit diesen Maßnahmen kämpft Griechenland seit zehn Jahren gegen den Staatsbankrott. Auferlegt wurden diese Maßnahmen dem Land von seinen Gläubigern. Seit 2008 kommt Griechenland finanziell und wirtschaftlich kaum mehr auf die Beine.

Mit massiven Folgen, wie eine Untersuchung des Transnational-Instituts (TNI) mit Sitz in Amsterdam nun zeigt. Demnach ist die Armut auf dem Land so hoch, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln nicht mehr gewährleistet ist. Nahrungsmittel sind zwar vorhanden, werden allerdings oft importiert und sind für viele Verbraucher dadurch zu teuer.

Bekanntlich sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

Rund 40 Prozent der griechischen Landbevölkerung sind zehn Jahre nach Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise des Landes von Armut bedroht. Dadurch habe sich die Versorgung mit Lebensmitteln deutlich verschlechtert, besagt die Studie. Die Ursache liege in der dem Land aufgezwungenen Austerität.

Für den einzelnen Haushalt bedeute das eine klare Änderung auf dem Speiseplan, sagen die Wissenschaftler. "Der Anteil der Haushalte, die sich mindestens jeden zweiten Tag kein Essen mit Fleisch, Geflügel oder Fisch leisten können, hat sich innerhalb der Krisenjahre auf 14 Prozent verdoppelt", heißt es in der Studie. Auch längst nicht mehr alle Familien mit Kindern können sich demnach wichtige Eiweiße leisten: Der Anteil der Haushalte mit Kindern, die täglich keine proteinhaltigen Mahlzeiten mehr auf den Tisch bringen können, habe sich bis 2014 auf knapp 9 Prozent verdoppelt.

Der Untersuchung zufolge ist die Arbeitslosigkeit im ländlichen Raum innerhalb von zehn Jahren von 7 auf 25 Prozent gestiegen. Allein von 2008 bis 2013 habe sich zudem das Pro-Kopf-Einkommen auf dem Land um knapp ein Viertel verringert. Die Ernährungsunsicherheit sei dadurch während der Krise von 7 Prozent im Jahr 2008 auf mehr als 14 Prozent im Jahr 2016 gestiegen.

Vor allem die Lage für Kleinerzeuger habe sich durch die Auflagen der Gläubiger des notorisch pleitebedrohten Landes erheblich verschlechtert, heißt es beim TNI. Und dies wirke sich wiederum auf die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln aus. Zu den Auflagen gehörten unter anderem Privatisierungen sowie die Liberalisierung des Einzelhandels und die Flexibilisierung des Arbeitsrechts. So sei unter anderem der Markt mit zwei zuvor staatlichen – und profitablen – Lebensmittelgroßhändlern liberalisiert worden.

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(rt deutsch/dpa)

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