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Erdbeben bei Blackpool in Großbritannien nach Wiederaufnahme von Fracking

Erdbeben bei Blackpool in Großbritannien nach Wiederaufnahme von Fracking
Erdbeben um Blackpool in Großbritannien nach Wiederaufnahme von Fracking – stärkere könnten folgen. (Protestierende vor der Fracking-Anlage von Cuadrilla Resources bei Blackpool in Großbritannien vor deren Betriebswiederaufnahme.)
Blackpool wurde am vergangenen Freitag von vier Erdbeben getroffen – Wissenschaftler bringen das mit dem neu angelaufenen Fracking in der Gegend um die westenglische Stadt durch die Firma Cuadrilla Resources in Verbindung, die Erdgasförderung betreibt.

Die Stärke des letzten Bebens veranlasste Wissenschaftler zur Warnung, man dürfe den Prozess nur "mit Vorsicht fortsetzen".

Am vergangenen Montag nahm Cuadrilla den Fracking-Betrieb auf der Anlage in Preston New Road auf. Schon am Donnerstag derselben Woche wurden nahe Penny Farm, westlich von der Fracking-Anlage gelegen, drei Erdstöße registriert, deren Stärke jeweils im sogenannten Minus-Bereich lag – laut der British Geological Survey -0,2, -0,8 und -0,3 auf der Richter-Skala. Am Freitag schließlich wurde mit einer Magnitude von 0,3 ein positiver Wert gemessen; das Beben wurde in einer Tiefe von drei Kilometern lokalisiert und konnte auf der Erdoberfläche ohne Geräte wahrgenommen werden. Am Samstag gab es einen weiteren Erdstoß.

Ein Demonstrantinvor dem portugiesischen Parlament während eines Protestes gegen die Öl- und Gasbohrungen in der Algarve, in Lissabon, Portugal, 14. April 2018. Auf dem Banner steht:

Konzern winkt ab – Wissenschaft schlägt Alarm

Sprecher von Cuadrilla waren mit einer Entwarnung für die Beben von Donnerstag schnell bei der Hand: "Die registrierten mikroseismischen Vorkommnisse waren von sehr geringer Intensität, gut im grünen Bereich." Doch David Smythe, emeritierter Professor der Geophysik an der Universität von Glasgow, ist anderer Ansicht: "Die neuesten Forschungen an der Stanford University haben ergeben, dass diese Mikrobeben eine Vorwarnung vor größeren Erdbeben sein können – wie Kanarienvögel in einem Kohlebergwerk." Smythe verwies damit auf die Bergbau-Praxis früherer Tage: Die von den Bergleuten mitgeführten Vögel verloren bei Sauerstoffmangel noch vor den Menschen ihr Bewusstsein und warnten so vor gefährlicher Konzentration von Kohlenstoffmonoxyd oder -dioxyd. Mit Nachdruck machte der Geophysiker nochmals den Stand der Forschung deutlich: "Die einzige sichere Option für Cuadrilla ist, das Fracking einzustellen."

Die Magnitude des Erdbebens vom vergangenen Freitag schließlich war im gelben Bereich der britischen Fracking-Ampel und damit ein Grund, über einen Stopp der Arbeiten nachzudenken. Zumindest aber sollte die Intensität deutlich verringert werden, mit der Wasser und Chemikalien in den Boden gepumpt werden, um das Erdgas aus dem Gestein zu lösen.

Symbolbild: Hyde Park London, Großbritannien, 23. Juli 2018.

Letzte Hürde fällt – Proteste gehen los

Schon einmal, im Jahr 2011, wurde das Fracking in der Grafschaft Lancashire eingestellt – und schon damals waren Erdbeben der Grund; sie erreichten eine Magnitude von 1,5 und 2,2.

In der vorletzten Woche jedoch hat Cuadrilla erfolgreich die Klage des Aktivisten Bob Bennett gegen den Grafschaftsrat von Lancashire abgewehrt, der die Wiederaufnahme von Fracking-Betrieb genehmigt hatte. Mit der Klage war das letzte Hindernis für die Wiederaufnahme ausgeräumt. Daraufhin protestierten Ortsansässige und Anti-Fracking-Aktivisten beinahe vier Tage lang, wobei es zu drei Verhaftungen kam.

Gestern verkündete Jeremy Corbyn von der Labour-Partei: "Eine Labour-Regierung wird das Fracking sofort generell verbieten."

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