icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Hungern in Großbritannien: 1,2 Millionen Briten wohnen in sogenannten "Lebensmittel-Wüsten"

Hungern in Großbritannien: 1,2 Millionen Briten wohnen in sogenannten "Lebensmittel-Wüsten"
Symbolbild: Leere Regale in London, Großbritannien, 3. Februar 2017.
Rund 1,2 Millionen Briten leben in sogenannten "Lebensmittel-Wüsten". Dies trifft besonders auf einkommensschwache Gegenden zu. Supermärkte mit frischen Lebensmitteln sind für sie unerreichbar; die Tafeln für Bedürftige sind überlastet, dem Bedarf nachzukommen.

Eine neue Studie zeigt auf, wo sich die "Lebensmittel-Wüsten" in Großbritannien befinden. Hierzu zählen: Hill, Bristol und Tameside. In Schottland ist es vor allem Glasgow, in Wales sind es Cardiff und Newport. 1,2 Millionen Briten leben in den lebensmittelarmen Gegenden. Die Studie, die von der Firma Kellogg's in Auftrag gegeben wurde, kommt zu dem Ergebnis: 

(...) Diejenigen in den einkommensschwachen Orten (werden) mit hoher Wahrscheinlichkeit auch unzureichend von Einzelhandelsgeschäften an ihren Wohnorten bedient, die sowohl erschwingliche als auch ausreichend nahe Lebensmittel anbieten. Diese Gegenden sind als Lebensmittel-Wüsten bekannt. Für die, die dort leben, bedeutet dies, dass man einen Teil des schon gestreckten Budgets für Transportkosten ausgeben muss, um Lebensmittel zu sichern. 

Kind in Ost-London, Großbritannien, 27. März 2010.

Die armen Haushalte können sich kein Fahrzeug leisten. Ihnen bleibt nur der Weg zu den teureren Gemischtwarenläden. Hier fehlt es an frischen Lebensmitteln. Für Alte und Kranke ist es in diesen Gegenden besonders beschwerlich. In den betroffenen Familien müssen einige Familienmitglieder ihren Konsum an Lebensmitteln herunterfahren, damit andere Familienmitglieder essen können.

Bei Familien mit geringem Einkommen sind es 14 Prozent, die sich nicht satt essen können. In England und Wales trifft die Lebensmittelarmut 7.201 Gegenden, in Schottland sind es 1.279. Für Nordirland gibt es keine Daten, wie viele Regionen betroffen sind. Das häufigste Lebensmittel, das auf dem Speiseplan der Briten fehlt, ist frisches Fleisch (44 Prozent), gefolgt von frischem Fisch (35 Prozent). 17 Prozent bemängeln das Fehlen von frischem Obst und elf Prozent von frischem Gemüse. 

Abhilfe versucht die Hilfsorganisation "The Bread and Butter Thing" zu leisten. Im Gemeindezentrum von Oldham können Bedürftige einmal in der Woche drei Tüten mit Lebensmitteln für sieben Pfund erwerben. Darin sind auch frisches Gemüse, Fleisch und Fisch enthalten – Dinge, die sie sich meist nicht leisten können. Rund 160 Einwohner können so zusätzlich versorgt werden. Auf der Warteliste aber stehen noch weitere 100 Einwohner, die auf die Lebensmittelhilfe hoffen. Die Lebensmittelsicherheitsexpertin Megan Blake von der Universität von Sheffield sieht das Problem im Wohlfahrtssystem des Landes: 

Wir müssen die Reformen des Wohlfahrtssystems überdenken, weil sie ein größeres Problem für Leute schaffen. (...) Essen ist mehr als nur Ernährung und Kalorien.

Ein neues Pilotprojekt von Kellogg's und der Organisation "The Bread and Butter Thing" will zunächst rund um die Stadt Manchester helfen, den Menschen einen bessern Zugang zu frischen Lebensmitteln zu gewähren. 

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen