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Ukraine: Asow-Regiment feiert seine "Helden" mit von Nazi-Propaganda inspiriertem Lichtdom

Ukraine: Asow-Regiment feiert seine "Helden" mit von Nazi-Propaganda inspiriertem Lichtdom
Rechts: Eine historische Lichtdom-Zeremonie in Nürnberg (Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-1982-1130-502 / CC-BY-SA 3.0) - Links: Die moderne Variante in der Ukraine (Quelle: Screenshot aus dem Video des Asow-Regiment).
Das rechtsextreme ukrainische Asow-Regiment hat bei einer Gedenkfeier für seine getöteten Mitglieder eine Lichtdom-Zeremonie abgehalten, die an das deutsche Vorbild aus der Nazi-Zeit angelehnt ist.

Bei einem Lichtdom ließ man in den 1930er-Jahren bei Nazi-Kundgebungen in Nürnberg Dutzende von Flakscheinwerfern senkrecht in den Nachthimmel strahlen, was den Effekt eines Säulentempels bewirkte. Bei den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin setzte man den gleichen Effekt für die Abschlusszeremonie ein.

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Am vergangenen Samstag wurde eine auffallend ähnliche Technik von der ukrainischen rechtsextremen Miliz "Asow-Regiment" (zuvor "Asow-Bataillon") angewandt, das eine jährliche Gedenkveranstaltung für seine bei Kämpfen und Schießereien getöteten Mitglieder durchführte. Bei der Zeremonie in Ursuf, einem kleinen Dorf an der Küste des Asowschen Meeres, leuchteten Dutzende von Scheinwerfern über einer Reihe von Asow-Mitgliedern in den Himmel, die Fackeln und Rundschilde mit den Funk-Rufnamen ihrer getöteten Komplizen zur Schau stellten.

Die Ukrainer hatten keinen Zugang zu militärischer Beleuchtungsausrüstung im Gegensatz zu Hitlers Schergen. Verstärkt wurde die Parallele jedoch durch das Emblem des "Asow-Regiments" auf den Schildern – einer Variante der Wolfsangel auf einer Schwarzen Sonne. Beide zweckentfremdeten Symbole aus der Heidenzeit wurden von den Nazis häufig verwendet und werden auch heute von vielen rechtsradikalen Gruppen gezeigt.

Asow-Propagandavideo des Lichtdoms:

Die Trauerrede eines "Offiziers" der Einheit endete mit dem Gruß, der regelmäßig von "Asow"-Anhängern verwendet wird: "Ehre der Nation. Tod den Feinden!"

Auch diesen Spruch entnahmen die um 70 Jahre Zurückgebliebenen der Nazi-Zeit – genau genommen haben sie ihn von den ukrainischen Nationalisten der UPA (Ukrainische Aufständische Armee) übernommen. Die UPA kollaborierte während des Zweiten Weltkriegs mit den deutschen Nazi-Besatzern in der Ukraine, in der Hoffnung, mit deren Unterstützung einen ukrainischen Nationalstaat zu erschaffen –  der natürlich "frei" sein sollte von "unerwünschten" Menschen wie Juden und Polen.

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Das damalige Asow-Bataillon wurde als paramilitärische Gruppe Rechtsextremer gegründet und ist heute Teil des ukrainischen Innenministeriums. Sie steht unter Schirmherrschaft von Teilen der ukrainischen Regierung, zum Beispiel, weil ihr ehemaliger Kommandant Andrij Bilezkyj nun Mitglied des nationalen Parlaments ist.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte berichtete, dass Mitglieder des Asow-Bataillons in dringendem Verdacht stehen, sich während ihres Einsatzes im Rahmen der sogenannten ATO (Anti-Terror-Operation)  im Osten der Ukraine an verschiedenen Verbrechen beteiligt zu haben. Dazu gehörten Plünderungen, rechtswidrige Inhaftierungen, Vergewaltigungen und Folterungen.

Jedes Jahr versucht der US-Kongress, die Lieferung von US-Militärhilfe an das Asow-Bataillon beziehungsweise Asow-Regiment wegen seiner offen faschistischen Haltung zu verbieten.

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