Politikerin nimmt sich nach mutmaßlicher Vergewaltigung durch "muslimische Gang" das Leben

Politikerin nimmt sich nach mutmaßlicher Vergewaltigung durch "muslimische Gang" das Leben
Willie Dille.
In einem Video erklärte eine niederländische Stadträtin, dass sie von einer "muslimischen Gang" vergewaltigt worden sei. Kurz darauf nahm sie sich das Leben. Sie war Mitglied der einwanderungsfeindlichen Freiheitspartei. Eine Strafanzeige stellte sie nie.

Am Mittwoch beging die 53 Jahre alte Willie Dille, Stadträtin von Den Haag und Mitglied der einwanderungsfeindlichen Freiheitspartei, Selbstmord. Zwischen 2010 und 2012 war sie Parlamentsabgeordnete der Freiheitspartei, danach kehrte sie zu ihrem Sitz im Den Haager Stadtrat zurück. Der Parteivorsitzende Geert Wilders ist ein ausgesprochener Islamkritiker. Der Selbstmord wurde von Karen Gertrauds bestätigt, Parteiführerin der örtlichen Freiheitspartei. Sie sagte, Dille "konnte das, was mit ihr geschehen war, und die Reaktionen, die sie daraufhin erhielt, nicht länger ertragen".

In einem nur einen Tag vor ihrem Selbstmord auf Facebook veröffentlichten Video wirkt sie beunruhigt und sieht sich nervös um. Die Bande habe während Ratsdebatten ihr Schweigen gefordert und ihr mit dem Tod gedroht, berichtet sie. Sie hätten zu ihr gesagt:

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Dille sagt in dem Video:

Ich möchte nur, dass die Welt die Wahrheit erfährt. Am 15. März 2017 wurde ich entführt, vergewaltigt und von einer Gruppe Muslime angegriffen, weil sie wollten, dass ich im Stadtrat von Den Haag ruhig bleibe. Nachdem es passiert ist, habe ich niemandem davon erzählt, ich habe am nächsten Tag einfach an den Debatten teilgenommen.

Der 15. März letzten Jahres war der Tag der Parlamentswahlen. Aus Angst, ihren Kindern könne etwas zustoßen, habe sie sich aus der Politik zurückgezogen. Das Video wurde kurze Zeit nach der Veröffentlichung wieder gelöscht. Sie habe sich an die Polizei gewandt, allerdings keine Anzeige erstattet, so die Sprecherin der Polizei Hilde Vijverberg gegenüber dem Algemeen Dagblad am Donnerstag:

Wir hatten mehrmals Kontakt zu ihr, auch kürzlich. Es gab Gespräche über die Vergewaltigung. Wir boten ihr Hilfe an und sagten, wir bräuchten eine formelle Anzeige und konkrete Hinweise, um Ermittlungen einzuleiten. Aber sie erstattete keine Anzeige, und wir erhielten keine konkreten Informationen, die uns die Aufnahme von Ermittlungen erlaubt hätten.

Neben Geert Wilders äußerte auch der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte seine Bestürzung über ihren Tod. Die Niederländerin galt jedoch als umstrittene Politikerin. Vor zwei Jahren teilte sie auf Facebook ein Video, in dem sie forderte, eine Atombombe auf Muslime abzuwerfen.

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