"Zur Verteidigung der nationalen Souveränität": Island will Landerwerb durch Ausländer erschweren

"Zur Verteidigung der nationalen Souveränität": Island will Landerwerb durch Ausländer erschweren
Island erwägt ein Gesetz, das Ausländern den Kauf von Land erschweren soll. Viele Einwohner sind besorgt, wie die Fläche des kleinen Inselstaates genutzt wird. Die Premierministerin hält die Landfrage für eine Angelegenheit der nationalen Souveränität.

Islands Regierung plant, Ausländern den Landerwerb künftig per Gesetz zu erschweren. Premierministerin Katrin Jakobsdottir sagte dazu gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg:

In erster Linie will ich die Souveränität der Nation verteidigen. Es ist uns wichtig, dass wir entscheiden können, wie das Land entwickelt und genutzt wird.

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Die lokale Presse berichtete im Juli darüber, dass Ausländer daran interessiert seien, 2.300 Hektar Land im Norden des Inselstaates zu erwerben, um damit ihre Grundstücke zu erweitern, die sie bereits besitzen.

Es dreht sich darum, wie wir unser Land betrachten – das Land als Ressource und das Land als Teil unserer Souveränität", sagte Jakobsdottir.

Island erwägt, die Größe und Anzahl der Grundstücke, die einer Person gehören, zu begrenzen oder strengere Beschränkungen für den Erwerb von Grundstücken durch Staatsbürger von Nicht-EU-Staaten festzulegen. Das Land kann bereits Käufe von Nicht-Europäern blockieren. So hinderten isländische Behörden im Jahr 2012 den chinesischen Milliardär Huang Nubo daran, ein 300 Quadratkilometer großes Grundstück im Norden des Landes zu kaufen.

Einheimische Bauern sind auch nicht gerade begeistert von der Idee, Ausländer als Nachbarn zu haben. Der britische Milliardär Jim Ratcliffe und seine Mitarbeiter besitzen insgesamt 39 Standorte, die reich an Fischgründen sind. Aevar Rafn Marinosson, ein Nachbar von Ratcliffe, erklärte gegenüber Bloomberg: "Sie sagen, sie wollen den Lachs schützen, aber das ist keine sehr glaubwürdige Erklärung."

Nur 0,1 Prozent des Landes in Island sind im Besitz von Ausländern. Allerdings gehören 27,9 Prozent des Territoriums Unternehmen, wobei die Behörden nicht angeben, welche Nationalitäten sich hinter diesen Unternehmen verbergen.

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