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Ryanair droht streikenden Angestellten mit Stellenabbau

Ryanair droht streikenden Angestellten mit Stellenabbau
Streikende Ryanair-Beschäftigte am Mittwoch in Palma de Mallorca
Die irische Fluglinie Ryanair leidet europaweit unter Streiks. Allein in dieser Woche fallen 600 Flüge aus. Die Beschäftigten fordern bessere Löhne und Arbeitsbedingungen. Jetzt hat Ryanair den Streikenden in Dublin mit Stellenstreichungen gedroht.

Die irische Fluglinie Ryanair hat am Mittwoch angekündigt, ihre in Dublin stationierte Flugzeugflotte in der Wintersaison um sechs auf höchstens 24 Flugzeuge zu reduzieren. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen das profitable Wachstum seiner polnischen Chartertochter Ryanair Sun, deren Geschäft mit den aus Irland abzuziehenden Maschinen ausgebaut werden soll.

Ryanair-Flugzeug auf dem Flughafen Stansted

Entscheidend allerdings dürfte der zweite Grund sein, den Ryanair für diese teilweise Standortverlagerung anführt: Die Streiks der irischen Piloten hätten zu einem Rückgang bei den Buchungen und der Anzahl der beförderten Passagiere geführt. Die Fluggesellschaft kündigte Gespräche über die mögliche Entlassung von 100 Piloten und 200 Flugbegleitern am Standort Dublin an. Ryanair-Vorstandsmitglied Peter Bellew erklärte dazu:

Ryanair betreibt eine Flotte von über 450 Flugzeugen an 87 Basen in ganz Europa. Wir können das nur, wenn wir unseren Kunden weiterhin niedrige Preise und verlässliche Flugdienstleistungen anbieten. Wenn unser Ruf als zuverlässige Fluglinie oder unsere Vorausbuchungen betroffen sind, dann sind Standort- und Stellenreduzierungen wie die in Dublin die bedauerliche Folge.

Diese Drohung richtet sich direkt gegen die irischen Piloten, deren Streiks in den letzten Wochen wiederholt zu Flugausfällen geführt haben. Diese ließen sich davon zunächst nicht beeindrucken. Ihre Gewerkschaft nannte Ryanairs Standortentscheidung "rücksichtslos, unnötig und zur Einschüchterung unserer Mitglieder gedacht".

Angesprochen von Ryanairs Drohung dürften sich aber auch die Flugbegleiter fühlen, die diesen Mittwoch und Donnerstag in Spanien, Portugal und Belgien streiken. Wegen dieser Streiks fallen insgesamt über 600 Flüge aus, 100.000 Passagiere sind betroffen.

Spanische Gewerkschaften berichteten von Mails der Fluggesellschaft an die Beschäftigten, in denen vor "schwerwiegenden Konsequenzen" gewarnt wurde, auch Drohanrufe soll es gegeben haben. Ziel der Streikenden sind in erster Linie bessere Arbeitsbedingungen und Gehälter. Die spanische Gewerkschaft USO und Sitcpla beklagten den Einsatz von firmeneigenen Zeitarbeitsfirmen durch Ryanair, mit denen Löhne und Arbeitsbedingungen weiter verschlechtert würden. USO kritisierte auch die mangelnde Verhandlungsbereitschaft der Fluglinie und warf ihr "Arbeitskolonialismus" vor.

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Ein weiteres Ziel insbesondere der spanischen Angestellten sind spanische Arbeitsverträge mit Ryanair. Bisher bekommen viele von ihnen irische Verträge. Dazu, so die Gewerkschaft Sitcpla, müssten sie "simulieren", in Irland zu leben, und dazu in Spanien private Krankenversicherungen abschließen, um abgesichert zu sein.

Gewerkschaften in verschiedenen europäischen Ländern haben für die nächsten Wochen bereits weitere Streiks bei Ryanair angekündigt.

Die Streichungen am Standort Dublin zeigen, dass Ryanair eine tarifpolitische Doppelstrategie verfolgt. Einerseits zeigt sich die Fluglinie seit Ende 2017 offen für Verhandlungen mit Gewerkschaften, andererseits demonstriert sie die Bereitschaft zu drastischen Einschnitten, wenn die Verhandlungen für sie nicht zufriedenstellende Ergebnisse bringen.

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