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Puigdemont ruft neue katalanische Separatistenbewegung ins Leben 

Puigdemont ruft neue katalanische Separatistenbewegung ins Leben 
Der ehemalige katalanische Präsident Carles Puigdemont am 23. Mai 2018 in Berlin vor dem Bundestag.
Der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont und sein Nachfolger Quim Torra haben am Montag eine neue separatistische Bewegung aus der Taufe gehoben. Die neue Bewegung erfreute sich schnell regen Zulaufs.

Unter dem Namen "Crida Nacional per la República" (Nationaler Ruf nach der Republik) soll die Organisation dazu dienen, auf die Gründung einer eigenständigen katalanischen Republik hinzuarbeiten, wie spanische Medien am Abend berichteten.

Auslieferung nach Spanien? Der frühere katalanische Regierungschef Carles Puigdemont

An einem Festakt im Barcelona, bei dem ein entsprechendes Manifest verlesen wurde, nahm der 55 Jahre alte Puigdemont per Videoschalte teil. Er forderte alle Interessenten auf, sich der Bewegung anzuschließen.

Puigdemont war im Herbst im Zuge eines von der spanischen Justiz verbotenen Unabhängigkeitsreferendums ins Ausland geflohen und hält sich derzeit in Deutschland auf. "Das Volk hat dem Mandat (des Referendums) immer die Treue gehalten und trotz aller Schwierigkeiten nicht nachgegeben", sagte Puigdemont. "Wir müssen weiterkämpfen, uns der ungerechtfertigten Repression stellen und uns weiter in Richtung einer katalanischen Republik bewegen."

Nach dem Referendum war Puigdemont von der spanischen Zentralregierung in Madrid abgesetzt worden und mit mehreren Mitstreitern ins Exil geflüchtet. Weitere katalanische Spitzenpolitiker sitzen seit dem Herbst in U-Haft. Dennoch hatten die Separatisten bei einer Neuwahl im Dezember erneut die Mehrheit errungen. Damals war Puigdemont noch mit dem Wahlbündnis Junts per Catalunya angetreten - dieses könnte Medienberichten zufolge nun in der neuen politischen Bewegung aufgehen.

Die Justiz in Schleswig-Holstein will den Politiker wegen des Vorwurfs der Veruntreuung an Spanien ausliefern - aber nicht wegen Rebellion, dem Hauptvorwurf der spanischen Justiz. Ein Richter in Madrid muss über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die neue Bewegung Puigdemonts erfreue sich riesigen Zulaufs, berichteten spanische Medien am Dienstag unter Berufung auf separatistische Politiker. Bereits in den ersten beiden Stunden nach der Verlesung eines Manifests bei einem Festakt in Barcelona am Montagabend hätten rund 3.500 Interessenten um Mitgliedschaft gebeten. Bis zum Dienstagmorgen seien es schon 13.000 gewesen.

Puigdemont hat das Projekt zusammen mit dem neuen katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra sowie dem Aktivisten und Politiker Jordi Sànchez aus der Taufe gehoben, der zurzeit in Untersuchungshaft sitzt. Im Herbst soll aus der Bewegung eine weitere Partei werden. Derzeit gibt es mindestens drei separatistische Parteien in der Region, von denen aber voraussichtlich nur eine - Puigdemonts PDeCAT - in dem neuen Projekt aufgehen wird. Die andere große Partei, Esquerra Republicana (ERC), hat bereits angekündigt, sich dem neuen Projekt nicht anschließen zu wollen.

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(rt deutsch/dpa)

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