Der Weg führt für viele nach Deutschland: Migranten greifen zu falschen Identitäten

Der Weg führt für viele nach Deutschland: Migranten greifen zu falschen Identitäten
Ein weiter Weg nach Deutschland: Viele Migranten entscheiden sich nicht wie hier für die Landroute, sondern nehmen den Flieger und legen gekaufte deutsche Flüchtlingsausweise vor.
Spekulationen über Migranten, die unter falschem Namen in die EU einreisen, kursieren schon länger. Nun gibt es einen vertraulichen Polizeibericht, der davor warnt, dass der Handel mit Flüchtlingsausweisen floriere. Die Behörden seien unvorbereitet.

Um nach Westeuropa zu gelangen, entscheiden sich viele Migranten laut einem Bericht zum Kauf von Flüchtlingsausweisen. Am begehrtesten in den letzten Jahren seien demnach deutsche Dokumente gewesen. Die Einreise ins Zielland verlaufe dann per Flieger. Wie die Bild am Sonntag berichtet, entdeckten Beamte 2017 allein an griechischen Flughäfen 1.682 Menschen, die einen EU-Ausweis mit falschem Namen vorlegten. Davon seien bei 1.418 Personen deutsche Flüchtlingsdokumente entdeckt worden. Behörden seien für die Aufdeckung solcher Fälle hierzulande leider oft nicht genug ausgestattet.

Frustrierte Flüchtlinge verkaufen vor Ausreise deutsche Papiere (Symbolbild)

Auch im Jahr 2018 wurden Migranten mit falschen Identitäten aufgegriffen. So sollen von den festgestellten 1.076 Dokumenten, deren Nutzung einen Missbrauch darstellt, 563 durch deutsche Behörden ausgestellt worden sein. Unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der Bundespolizei berichtet die Zeitung, die Beamten gingen davon aus, dass sich dieser "Trend des Ausweismissbrauchs" mit dem Zweck, die Menschen per Flugzeug nach Deutschland einzuschleusen, fortsetzen werde.

Der Handel verläuft im Internet, über soziale Medien

Dem Bericht zufolge praktizierten überwiegend syrische Staatsangehörige diesen Missbrauch deutscher Reiseausweise, die sie gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention vorläufig ausgestellt bekommen. Entweder versuchten sie, Angehörige, die der Person auf dem Passfoto ähnlich sehen, nach Deutschland einzuschleusen, oder sie verkauften ihre Dokumente für viel Geld weiter. Der Handel mit falschen Identitäten fände vor allem im Internet, über soziale Medien, statt. Neben Aufenthaltstiteln würden teils auch Krankenversicherungskarten angeboten.

Wie die Bild am Sonntag weiter berichtet, beklagt die Bundespolizei, dass die Feststellung falscher Identitäten in vielen deutschen Behörden nicht möglich sei. Denn es fehlten schlicht die dafür nötigen Geräte, die über eine speziellen Software verfügen. So hätten von den insgesamt 11.056 Gemeinden in Deutschland lediglich rund 400 Kommunen diese Ausstattung zur "automatischen optischen und elektronischen Dokumentenprüfung".

Erst im April berichtet auch das Magazin Der Spiegel, dass immer mehr Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak Deutschland verlassen und ihre deutschen Papiere verkaufen würden.

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