Bruder des Opfers aus Amesbury: Nervengift wurde in Parfümflasche gefunden

Bruder des Opfers aus Amesbury: Nervengift wurde in Parfümflasche gefunden
Ein Polizist steht am 4. Juli 2018 vor Charlie Rowleys Haus in Amesbury, Südengland.
Nowitschok bleibt in Großbritannien weiterhin ein Thema - vor allem nach einem weiteren angeblichen Vergiftungsfall vor zwei Wochen. Nun meldet sich der Bruder des männlichen, noch lebenden Opfers mit Details zu Wort und spricht von bedenklichen Veränderungen.

Angesichts der Brisanz des zweiten Vergiftungsvorfalls in der Grafschaft Wiltshire, in der sich zwischen Salisbury und dem aktuell betroffenen Amesbury in wenigen Kilometern Entfernung auch das Zentrum der Britischen Chemie- und Biowaffenforschung Porton Down befindet, gilt es als sehr verwunderlich, dass die intensiv ermittelnden britischen Behörden den Behälter mit der offenbar hochgefährlichen Substanz erst so spät im Haus der Opfer gefunden haben.

Pressekonferenz von

Nun meldet sich der Bruder des Opfers Charlie, Matthew Rowley, zu Wort und erklärt erstmals, dass es sich bei dem Behältnis um eine Parfümflasche gehandelt habe. Die Polizei hatte lediglich von einem Fläschchen gesprochen, das etwa eine Woche nach der Vergiftung von Charlie Rowley und Dawn Sturgess im Haus gefunden wurde. Dawn Sturgess hat den Vorfall nicht überlebt.

Auf dem Boden liegende Parfümflasche aufgehoben und mitgenommen

Dem Independent zufolge habe der vergiftete Charlie Rowley seinem Bruder Matthew erzählt, er habe die Parfümflasche vom Boden aufgehoben und mitgenommen. Die Metropolitan Police hat diese Behauptung jedoch nicht bestätigt. Matthew Rowley ist laut BBC News auch nach einem Telefonat hinsichtlich der Verfassung seines Bruders sehr besorgt. Dieser sei "absolut nicht mehr der Bruder, den ich kannte".

Es wurden mittlerweile im Zusammenhang mit dem Vorfall zahlreiche Gegenstände konfisziert. Die Ermittlungsbehörde brachten sie alle in das Labor des Zentrums der Britischen Chemie- und Biowaffenforschung in Porton Down zur Untersuchung. Die Polizei ermittelt nun bezüglich der Möglichkeit, dass die beiden jüngsten Opfer den Behälter mit der giftigen Substanz gefunden und aufgehoben haben könnten. Die britischen Behörden empfehlen mittlerweile, im Bereich um Salisbury und Amesbury keinerlei Behältnisse, Spritzen, Kosmetika oder ähnliche derelinquierte Gegenstände zu berühren oder gar aufzuheben.

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