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Wieder soll es Nowitschok sein: Was bisher über den neuen Vergiftungsfall bekannt ist

Wieder soll es Nowitschok sein: Was bisher über den neuen Vergiftungsfall bekannt ist
Ein Polizist steht am 4. Juli 2018 vor einer Wohnsiedlung an der Muggleton Road in Amesbury, Wiltshire, in Großbritannien. Sie wurde abgesperrt, nachdem zwei Personen ins Krankenhaus eingeliefert wurden und die Polizei einen "schweren Zwischenfall" meldete.
Ein Mann und eine Frau kollabieren in einem Haus in Südengland. Sie sollen lebensgefährlich vergiftet worden sein. Britische Behörden sagen, das Paar sei derselben Substanz ausgesetzt worden wie Sergej Skripal und seine Tochter - dem Nervengift Nowitschok.

Im Krankenhaus von Salisbury werden wieder zwei Menschen behandelt, die laut britischen Behörden dem Nervengift Nowitschok ausgesetzt worden seien und sich nun in einem kritischen Zustand befänden. Wie es zu der Vergiftung gekommen sein soll, ist derzeit vollkommen unklar. Bei den Opfern handele es sich nach Polizeiangaben um Briten, einen 45-Jährigen und eine 44-Jährige. Der Mann soll in Amesbury leben, einer Stadt rund 13 Kilometer nördlich von Salisbury, wo vor vier Monaten der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33) mit demselben Kampfstoff vergiftet sein sollen. Die 44-jährige Freundin wohnt sogar in Salisbury.

Zunächst sei die Britin am vergangenen Samstag kollabiert, später mussten die Ärzte auch den Mann ins Krankenhaus bringen. Die anfängliche Annahme der Polizei, dass Drogen den Zusammenbruch des Paares verursacht haben könnten, war auf das männliche Opfer zurückzuführen, das laut übereinstimmenden Berichten britischer Medien ein registrierter Heroinsüchtiger sein soll. Seine Freundin soll aber nicht mit der Drogenszene in Verbindung stehen.

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Wie und wo kamen die beiden mit dem Nervengift in Kontakt?

Das nun in Lebensgefahr schwebende Paar liegt nun in derselben Klinik, in der schon der russische Ex-Spion und seine Tochter behandelt wurden. Vor allem die Frage, wie und wo das britische Paar nun mit der hochgefährlichen Substanz in Kontakt gekommen sein soll, bleibt vollkommen offen. Es sei unklar, ob das Paar absichtlich als Ziel ausgewählt wurde, erklärte Neil Basu von Scotland Yard am Mittwochabend vor Journalisten.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Press Association (PA) von Donnerstag prüfen die Ermittler nun statt der Theorie eines zweiten Anschlags auch den Verdacht einer sogenannten Kreuzkontamination. Der vor der Attacke auf die Skripals verwendete Behälter zur Aufbewahrung des Nervengifts sei bis heute nicht gefunden worden, sagte eine ranghohe Regierungsquelle der PA. Denkbar sei deshalb, dass das Paar mit demselben Gegenstand in Berührung kam.

Auch der britische Sicherheitsstaatssekretär Ben Wallace sagte am Donnerstag dem Sender BBC, das vergiftete Paar aus Südengland sei vermutlich nicht Opfer eines gezielten Anschlags geworden. Vielmehr halten es die Experten für möglich, dass die beiden zufällig mit einem kontaminierten Gegenstand in Kontakt kamen. 

Freund schildert Symptome bei einem Opfer vor der Krankenhaus-Einlieferung

Sam Hobson, ein Freund und Nachbar der Briten, die angeblich Nowitschok ausgesetzt wurden, beschrieb gegenüber RT Symptome, die der 45-Jährige am Samstag aufgezeigt hatte, bevor er ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Ihm zufolge handelt es sich bei den Opfern um Charlie Rowley und Dawn Sturgess.

"Ihm wurde auf einmal sehr heiß, er fing an, extrem zu schwitzen. Deswegen ging er duschen, zog sich dann ins Schlafzimmer zurück und legte sich für eine Weile hin", sagte Hobson zu RT. Der Zustand des Mannes soll sich dann im Laufe des Tages rapide verschlechtert haben. Als der 45-Jährige aus dem Haus kam, sollen seine Augen rot gewesen sein. Laut Hobson fing er an, "gegen die Wände zu laufen, zu schwitzen und vor und zurück zu wippen", woraufhin Hobson einen Krankenwagen gerufen habe. Ihm zufolge soll der 45-Jährige die Symptome einen Tag nach seiner Rückkehr aus Salisbury gezeigt haben.

Wo waren die Opfer vor der vermeintlichen Vergiftung?

Der britischen Zeitung Daily Mail zufolge soll das Paar dort am Freitag mehrere Stunden verbracht haben. So sollen die beiden unter anderem in den Queen Elizabeth Gardens in Salisbury gewesen sein, die sich ganz in der Nähe der Stelle befinden, an der im März die Skripals bewusstlos aufgefunden wurden. Am Abend kehrte dann die 44-Jährige in ihre Wohnung in Salisbury zurück, die auch in der Nähe des Restaurants Zizzi liegt, in dem die Skripals gegessen hatten, bevor sie krank wurden.

Polizisten bewachen den Eingang des Hauses von Sergej Skripal.

Nachdem sie die Nacht in Salisbury verbracht hatte, reiste die Frau laut Bericht am Samstagmorgen zu ihrem Freund nach Amesbury. Das Paar machte einen Spaziergang zu einer Baptistenkirche, aber die 44-Jährige soll sich unwohl gefühlt haben und kehrte zum Haus ihres Freundes zurück. Um elf Uhr wurde dann ein Krankenwagen gerufen, um sie ins Krankenhaus zu bringen. Der 45-Jährige kehrte nach Hause zurück, um der Freundin ein paar Kleidungsstücke zu holen, die er dann in die Klinik bringen sollte. Doch dann soll er dem Zeitungsbericht zufolge angefangen haben, zu schwitzen und zu zittern, bevor er am Samstagnachmittag zu Hause zusammenbrach. Ein Krankenwagen wurde gerufen, und er wurde ebenfalls ins Krankenhaus eingeliefert.

Über 100 Polizeibeamte sollen an dem neuen Fall arbeiten

Am Donnerstag kam der Sicherheitsrat der Regierung, das sogenannte Cobra-Komitee, zu einer Krisensitzung unter Führung des britischen Innenministers Sajid Javid zusammen. Ermittlungen in diesem Fall hat die Anti-Terror-Einheit der Polizei übernommen, die dafür über 100 Beamte bereitgestellt hat.

Der erneute Vergiftungsfall ereignet sich nur wenige Monate nach der sogenannten Skripal-Affäre. Die Untersuchung der mutmaßlichen Nowitschok-Vergiftung des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter dauert noch an. Die britische Regierung hatte aber "den Schuldigen" auf Anhieb ermittelt und Russland nur wenige Tage nach der Entdeckung des Ex-Spions und seiner Tochter auf einer Bank in Salisbury beschuldigt, dafür verantwortlich zu sein. Moskau bestreitet dies bis heute. Der Vorfall löste eine der größten diplomatischen Krisen der Nachkriegszeit aus.

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