"Das ist Terror!" – Französische Metzger wollen Schutz gegen gewalttätige Veganer-Aktivisten

"Das ist Terror!" – Französische Metzger wollen Schutz gegen gewalttätige Veganer-Aktivisten
Es geht um die Wurst - aber nicht nur. Veganer meiden alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs sowie die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten insgesamt. Auch bei Kleidung und anderen Waren wird darauf geachtet, dass diese frei von Tierprodukten sind und ohne Tierversuche hergestellt wurden.
Die Auseinandersetzung zwischen Veganern und Fleischproduzenten nimmt in Frankreich immer groteskere Züge an. In einem offenen Brief an den Innenminister bittet der Präsident der des Metzger-Verbands nun um Unterstützung gegen gewalttätige Veganer-Aktivisten.

Es ist ein Kulturkampf bis aufs Blut: Teile der Veganerszene in Frankreich schrecken mittlerweile auch vor gewalttätigen Aktionen nicht mehr zurück. Die Leidtragenden sind die französischen Metzger, die sich nun in Form eines offenen Briefs an den französischen Innenminister Gérard Collomb gewendet haben.

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In dem Schreiben malt der Präsident der Vereinigung der Metzger, Fleischer und Traiteure (CFBCT), Jean-François Guihard, ein dramatisches Bild von den Verhältnissen im Land des Savoir-vivre. Man sei zutiefst schockiert darüber, dass ein Teil der Bevölkerung der großen Mehrheit ihre Lebensweise, um nicht zu sagen ihre Ideologie, aufzwingen wolle.

Er beklagt, dass Verbände und Aktivisten in der Öffentlichkeit zu Gewalt gegen lokale Unternehmen aufriefen. Französische Fleischer würden immer öfter Opfer von sogenannten „Falschblut-Attacken“, die Geschäfte würden beschmiert. In Nordfrankreich seien sogar Steine in die Fenster einer Metzgerei oder eines Restaurants geflogen, berichtete die CFBCT in Paris.

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Über den physischen und wirtschaftlichen Schaden hinaus sei der moralische Schaden für die Händler enorm, so Guihard. Diese Angriffe auf Metzgereien und die gesamte Branche seien eine Form des Terrorismus. Der Terror habe nur ein Ziel vor Augen: Einen ganzen Teil der französischen Kultur verschwinden zu lassen. Fast schon flehend schreibt Guihard an den Innenminister:

Bitte lassen Sie uns in Ruhe arbeiten! Bitte lassen Sie die Franzosen essen, was sie wollen!“

Er zähle auf die Unterstützung der Regierung, damit diese Gewalt endlich aufhöre. «In einem ersten Schritt wollen wir ein Treffen mit dem Innenminister. Wir hoffen auf seine Hilfe und die Unterstützung der französischen Regierung, um das Problem zu lösen», sagte Guihard gegenüber der Deutsche Presse Agentur (dpa). Berichte französischer Medien, wonach der Verband Polizeischutz für Geschäfte fordere, bestätigte er jedoch nicht.

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