Deutsch-französische Rüstungskooperation: Nach dem gemeinsamen Kampfjet nun der neue Euro-Panzer

Deutsch-französische Rüstungskooperation: Nach dem gemeinsamen Kampfjet nun der neue Euro-Panzer
Der Leopard-2-A7 von KMW wurde mit einem Turm und Geschütz von Leclerc kombiniert.
Deutschland und Frankreich haben im Rahmen der geplanten Militärkooperation einen Demonstrator für den Euro MBT Kampfpanzer vorgestellt. Eine Kombination aus deutschem Leopard und französischem Leclerc steht das Projekt jedoch noch vor einigen Hürden .

Nachdem Berlin und Paris auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse das Mega-Rüstungsprojekt der kommenden Jahrzehnte ankündigten, bei dem für viele Milliarden ein neues Kampfflugzeug entstehen sollte, präsentierten Nexter aus Frankreich und Krauss-Maffei Wegmann aus Deutschland am Montag auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris einen gemeinsam Kampfpanzer: eine Kreuzung aus dem Fahrgestell eines Leopard-2-A7-Panzers mit dem Turm und Geschütz eines Leclerc.

Fährt und feuert - funktioniert

Entstanden in 15 Monaten ist der Panzer vorerst ein Demonstrationsprojekt, das von der im Jahr 2015 geformten KNDS (Rüstungsholding KMW + Nexter Defense Systems) der beiden Unternehmen finanziert wird. Offiziell als European Main Battle Tank, kurz Euro MBT oder EMBT, bezeichnet, soll das Fahrzeug erst um das Jahr 2035 herauskommen aber bereits jetzt zeigen, dass die deutschen und französischen Unternehmen auf dem Weg zu dem von beiden Nationen angestrebten Main Ground Combat System zusammenarbeiten können.

Der Turm setzt auf Ladeautomatik für die Geschosse, wodurch nur drei statt vier Mann Besatzung, also einer weniger als beim Leopard, erforderlich sind. In einem Interview mit Defense News sprach Francois Groshany, Leiter bei Nexter von Tracking- und Rüstungsprogrammen, von nur zwei.

Deutsch-französische Geschlossenheit auf der ILA: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre französische Amtskollegin Florence Parly nach der Unterzeichnung mehrerer Abkommen.

Während Unternehmenssprecher auch auf Absatzchancen und Nachfrage hoffen, dient der Demonstrator denn auch dazu, Gemeinsamkeit zu zeigen. Der französische Präsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel setzen auf ein gemeinsames EU-Waffensystem mit Kampfjets, Panzern und Artillerie, binnen 20 bis 30 Jahren solle die Zahl unterschiedlicher Waffensysteme in Europa von 178 auf 30 schrumpfen. 

In einer Stellungnahme des Unternehmens hieß es, die Waffe sei "ein Beweis dafür, dass KMW und Nexter in Rekordzeit ein erstes bedeutendes gemeinsames KNDS-Produkt etabliert haben. Das EMBT fährt und feuert - kurz gesagt, es funktioniert!"

Östliche Nato-Partner als Abnehmer

Bisher gibt es jedoch noch einige Hürden zu überwinden, dies sei nur der erste Schritt zu dem neuen Euro-Panzer. „Wir wissen nicht, wie dafür die Anforderungen lauten. Daher können wir dieses Modell noch nicht im Detail planen“, so ein Sprecher von Krauss-Maffei-Wegmann.

Rudolf Neuhaus, Projektleiter für EMBT bei KMW, fügte hinzu, dass dies vorerst die Grenze sei, wie viel Technologie aufgrund der deutschen Gesetzgebung zwischen den beiden Ländern geteilt werden könne.

Doch KMW-Chef Frank Haun zeigte sich jüngst reichlich zuversichtlich hinsichtlich der Absatzschancen, vor allem auch bei östlichen Nato-Partnern.

Dass unsere östlichen EU- und Nato-Partner weiter russische Panzer nutzen wollen, glaubt wohl niemand.“

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