Streit wegen des Rettungsschiffs "Aquarius": Italien bestellt französischen Botschafter ein

Streit wegen des Rettungsschiffs "Aquarius": Italien bestellt französischen Botschafter ein
Der italienische Premierminister Giuseppe Conte (l.) mit dem Innenminister Matteo Salvini am 5. Juni im Senat in Rom.
Das Rettungsschiff "Aquarius" sorgt weiterhin für internationale Unstimmigkeiten. Kritische Bemerkungen des französischen Präsidenten Macron über Roms Vorgehen sorgten in Italien für Unmut. Der französische Botschafter wurde ins Außenministerium einbestellt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Italien wegen der Weigerung, mehr als 600 Flüchtlinge von dem Rettungsschiff "Aquarius" aufzunehmen, "Zynismus und Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen. Italien hatte daraufhin den französischen Botschafter in Rom einberufen.

Der italienische Innenminister und Vize-Premier Matteo Salvini forderte von der französischen Regierung eine Entschuldigung für die beleidigenden Bemerkungen über Italiens Entscheidung.

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Wie sich nun herausgestellte, handelt Frankreich nicht minder zynisch. Das Angebot Korsikas, die "Aquarius" bei sich einlaufen zu lassen, wurde von der Zentralregierung in Paris scharf kritisiert. Zudem hatte sich Frankreich im Zuge des Abkommens zur Umverteilung von Migranten innerhalb der Europäischen Union dazu verpflichtet, 9.816 Geflüchtete aufzunehmen. In drei Jahren hat das Land jedoch davon nur 640 Personen Schutz geboten.
Die "Aquarius" von der Hilfsorganisation SOS Méditérranée befindet sich derzeit auf dem Weg in das spanische Valencia.

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