Theresa May in Mazedonien: Russischen Einfluss auf dem West-Balkan verhindern

Theresa May in Mazedonien: Russischen Einfluss auf dem West-Balkan verhindern
Die britische Premierministerin Theresa May mit ihrem mazedonischen Amtskollegen Zoran Zaev in Skopje. Zuletzt hatte der britische Premierminister Tony Blair im Jahr 1999 dem Land einen Besuch abgestattet. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern seien stärker denn je, so May.
Die britische Premierministerin Theresa May besuchte gleich im Anschluss an die EU-Westbalkan-Konferenz in Sofia die frühere jugoslawische Teilrepublik Mazedonien. Themen waren regionale Sicherheit und "russischer Einfluss" sowie der Namensstreit mit Athen.

Nach dem Treffen mit dem mazedonischen Premierminister Zoran Zaev in Skopje sagte die britische Regierungschefin Theresa May, es sei wichtig, den Einfluss Russlands in Europa und auf dem Westbalkan zu verhindern:

Russland versucht, durch Missbrauch von Informationen, Cyber-Angriffe und Propaganda Einfluss sowohl auf die EU-Länder als auch auf die Länder des Westbalkans zu üben. Wichtig ist es, uns gegen Russland zu verbünden.

Sicherheit in der Region und der russische Einfluss

Die Unterstützung Mazedoniens und anderer Länder bedeute Großbritannien viel, erklärte May bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem mazedonischen Amtskollegen im Anschluss an das Gespräch in Skopje. Gerade aus diesem Grund werden, wie bereits beim Gipfel in Sofia, auch beim anstehenden Treffen im Juni in London die Hauptthemen die Sicherheit in der Region und der russische Einfluss darauf sein.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf dem Treffen des transatlantischen Militärbündnisses in Brüssel, Belgien

Laut der mazedonischen Nachrichtenagentur Makfax betonte May gegenüber Zaev, dass London Mazedonien sowohl auf seinem Weg zur euro-atlantischen Integration unterstützen wolle als auch beim Finden einer Lösung für den Namensstreit mit Griechenland. Eine schnelle Lösung diesbezüglich müsse so schnell wie möglich erreicht werden, denn sie sei für beide Nachbarstaaten von besonderer Bedeutung. 

Die Konflikte aus der Vergangenheit können manchmal schwer sein, aber wir müssen uns diesen ein für alle Mal stellen. Mit viel gutem Willen können wir alle vorankommen", sagte die britische Premierministerin.

Mazedonien soll künftig Republik Ilinden-Mazedonien heißen

Inzwischen wurde bekannt, dass die Regierung von Mazedonien zusammen mit Griechenland einen möglichen Lösungsansatz hinsichtlich des Namens des Balkanstaats gefunden hat. Es gebe eine Variante, die für beide Seiten akzeptabel sei, sagte der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev bereits in Sofia. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras bestätigte mittlerweile, dass es Fortschritte gegeben habe, noch aber sei eine Lösung nicht unter Dach und Fach:

Wir haben einen langen Weg hinter uns gelegt, aber noch steht uns ein langer Weg bevor. Wir sind noch nicht in der Position, zu sagen, dass wir eine Einigung haben", sagte Tsipras. 

Laut mazedonischen Medien, die sich auf diplomatische Kreise berufen, soll die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien künftig Republik Ilinden-Mazedonien heißen. Die Regierung in Skopje wollte dies aber noch nicht bestätigen.

Seit der Unabhängigkeit Mazedoniens von Jugoslawien 1991 wehrt sich Griechenland dagegen, dass das Nachbarland so heißt wie die eigene im Norden liegende Provinz Mazedonien. Athen befürchtet spätere Gebietsansprüche und blockiert wegen des Streits den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen ebenso wie die NATO-Mitgliedschaft des Nachbarlandes. Aus diesem Grund wird der Balkanstaat offiziell immer noch als "Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien" bezeichnet.

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