Proteste nach Attacke auf Enthüllungsjournalistin in Montenegro

Proteste nach Attacke auf Enthüllungsjournalistin in Montenegro
Die Journalistin Olivera Lakić wurde vor ihrem Haus angeschossen. Hunderte protestieren in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica für eine schnelle Aufklärung. EU und Menschenrechtsorganisationen äußern Kritik an der Sicherheit der Presse in dem Land.

Hunderte protestieren in Montenegro, nachdem unbekannte Angreifer die Enthüllungsjournalistin Olivera Lakić angeschossen und verwundet haben. Dies ist der jüngste Angriff auf Journalisten in dem Balkanland, das die EU-Mitgliedschaft anstrebt.

Mit Bannern mit Aufschriften wie "Stoppt Gewalt" oder "Für ein Leben ohne Angst" versammelten sich die Demonstranten am Mittwoch vor dem montenegrinischen Regierungsgebäude in der Hauptstadt Podgorica.

Olivera Lakić wurde am späten Dienstagabend vor ihrem Haus in Podgorica von Unbekannten angegriffen. Nach eigenen Aussagen habe ihr ein Mann in die rechte Wade geschossen, zwei weitere flüchteten.

Wollen keinen Beitritt Serbiens zur NATO und zur EU: Fußballfans in Belgrad vor drei Wochen.

Die Journalistin, die für die montenegrinische Zeitung Vijesti arbeitet, wurde in ein Krankenhaus gebracht und befindet sich nicht in Lebensgefahr.

"Ich bin sprachlos", schrieb Mihailo Jovović, Chefredakteur von Vijesti, auf der Webseite der Zeitung. "Wie lange wird das weitergehen? Viele der Geschichten, die [Lakić] recherchierte, wurden von den Behörden nicht verfolgt. Wie lange müssen wir in Angst vor solchen Feiglingen leben?"

Lakić wurde bereits vor sechs Jahren Opfer einer Prügelattacke, als sie über unsaubere Geschäfte in der Tabakindustrie recherchierte. Der Täter wurde verurteilt, und Lakić bekam einige Monate lang Polzeischutz.

Premierminister Duško Marković verurteilte die Attacke und drängt auf schnelle Aufklärung. Erst im letzten Monat explodierte eine Bombe in der Nähe des Wohnhauses eines bekannten Journalisten. In den letzten 15 Jahren gab es etwa ein Dutzend Anschläge auf die Presse in Montenegro. Viele davon blieben unaufgeklärt.

Menschenrechtsorganisationen sowie die EU zeigen sich besorgt über die Sicherheit von Journalisten in dem Land. Montenegro möchte bis 2025 der EU betreten.

(AP/RT)

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