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OPCW-Chef: Proben mit Psychokampfstoff BZ hatten nichts mit Skripal-Fall zu tun

OPCW-Chef: Proben mit Psychokampfstoff BZ hatten nichts mit Skripal-Fall zu tun
Salisbury, 21. März: OPCW-Ermittler entladen ihr Gepäck.
In einer von der OPCW bereitgestellten Probe zum Skripal-Fall hatte ein Schweizer Labor den Psychokampfstoff BZ entdeckt. Russlands Außenminister kritisierte, dass dieses Detail im OPCW-Bericht keine Erwähnung fand. Nun äußerte sich der OPCW-Chef selbst dazu.

Im Auftrag der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hatte ein Schweizer Labor Proben im Zusammenhang mit dem Skripal-Fall untersucht. Dabei wurde neben dem Nervenkampfstoff Nowitschok offenbar auch der Psychokampfstoff BZ entdeckt.

Darauf hatte kürzlich auch Russlands Außenminister Sergej Lawrow hingewiesen, der der OPCW vorwarf, den Nachweis von BZ nicht in ihrem Abschlussbericht erwähnt zu haben. Das Schweizer Labor wollte die Angaben Lawrows aus Gründen der vertraglichen Verschwiegenheit "weder dementieren noch bestätigen".

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"Einige Details nicht in die endgültigen Dokumente aufgenommen"

Der OPCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü erklärte nun, dass die BZ-Proben von dem Schweizer Labor lediglich im Rahmen eines Kontrollverfahrens getestet worden wären und ansonsten mit dem Skripal-Fall "nichts zu tun" hätten. Vor dem OPCW-Vorstand äußerte sich Üzümcü am Mittwoch zum aktuellen Stand der Skripal-Untersuchung. Dabei ging er auch auf die Aussagen Lawrows ein:

Der Präkursor [Vorläufer] von BZ, auf den in den öffentlichen Erklärungen Bezug genommen wird, allgemein bekannt als 3Q, war in der Kontrollprobe enthalten, die vom OPCW-Labor in Übereinstimmung mit den bestehenden Qualitätskontrollverfahren vorbereitet wurde. Ansonsten hat das nichts mit den Proben zu tun, die das OPCW-Team in Salisbury gesammelt hat. Der Nachweis dieser Chemikalie wurde von den beiden beauftragten Laboren der OPCW gemeldet, und die Ergebnisse wurden in dem Bericht gebührend berücksichtigt.

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Üzümcü forderte die OPCW-Mitglieder auf, weiterhin auf das "bewährte" System der von der Organisation akkreditierten Labore zu vertrauen. Er sagte auch, dass einige der Details aus den Berichten, die von den Laboren für die OPCW erstellt worden waren, nicht in die endgültigen Dokumente aufgenommen wurden, die den Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt werden. Diese Vorgehensweise ziele darauf ab, "die Identität der Labore zu schützen, die Proben extern analysieren".

Sicherheitspersonal bei einer CBRN-Übung (Symbolbild aus Kanada).

Der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia wurden Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury aufgefunden. Laut London wurden sie mit Nowitschok angegriffen, wofür die britische Regierung Moskau verantwortlich macht. Großbritannien verweigert Russland jedoch alle Formen des Zugangs zu den Ermittlungen oder Geschädigten. Während Julia Skripal das Krankenhaus inzwischen verlassen hat und an einen unbekannten Ort verbracht wurde, befindet sich auch ihr Vater auf dem Weg der Genesung.

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Proben nahezu frei von Verunreinigungen

Die OPCW hatte vor einer Woche in einem für die Öffentlichkeit bestimmten Bericht die britischen Untersuchungsergebnisse "in Bezug auf die Identität der toxischen Chemikalie bestätigt". Deutsche Leitmedien hatten daraufhin fälschlicherweise berichtet, die OPCW habe die "russische Herkunft" des gegen die Skripals eingesetzten Giftes festgestellt.  

In ihrem Bericht betonte die OPCW, dass die untersuchten Proben beinahe frei von Verunreinigungen waren. Anhand von Verunreinigungen lässt sich der Ursprung einer chemischen Verbindung zurückverfolgen. Britische Chemieexperten im knapp sieben Meilen von Salisbury entfernten Labor von Porton Down hatten zuvor erklärt, dass sie nicht in der Lage seien, die Herkunft des Giftes zu identifizieren. Damit widersprachen sie Aussagen einiger hochrangiger britischer Politiker.

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