Julia Skripal veröffentlicht Erklärung: Möchte keinen Kontakt zu meiner Cousine

Julia Skripal veröffentlicht Erklärung: Möchte keinen Kontakt zu meiner Cousine
Julia Skripal vor ihrer Vergiftung.
Julia Skripal äußerte sich in einer von der britischen Polizei veröffentlichten Erklärung zu ihrer Situation. Demnach bitte sie ihre Cousine, sie nicht weiter zu kontaktieren. Außerdem sei sie derzeit nicht in der Lage, mit der Presse zu reden.

Über die Webseite der britischen Metropolitan Police ließ die aus dem Krankenhaus entlassene Julia Skripal folgende Erklärung verbreiten:

Ich wurde am 9. April 2018 aus dem Salisbury District-Krankenhaus entlassen. Ich wurde dort mit offenkundiger klinischer Expertise und mit solcher Freundlichkeit behandelt, dass ich das Personal sofort vermisst habe.

Ich habe meinen Vater in ihrer Obhut gelassen, und er ist immer noch schwer krank. Auch ich leide immer noch unter den Auswirkungen des gegen uns eingesetzten Nervengases.

Versteht nicht, warum sie keinen Kontakt zu ihren Familienangehörigen haben darf und schrieb deswegen einen Brief an die britische Premierministerin: Viktoria Skripal.

Ich befinde mich in einem völlig anderen Leben als das gewöhnliche Leben, das ich vor etwas mehr als einem Monat hinter mir gelassen habe, und ich versuche, mich mit meinen Perspektiven auseinanderzusetzen, während ich mich auch von diesem Angriff auf mich erhole.

Ich habe speziell ausgebildete Beamte zu meiner Verfügung, die mir helfen, mich zu betreuen und mir die laufenden Ermittlungen zu erklären. Ich habe Zugang zu Freunden und Familie, und ich wurde auf meine speziellen Ansprechpartner in der russischen Botschaft aufmerksam gemacht, die mir freundlicherweise ihre Hilfe angeboten haben. Im Moment möchte ich ihre Dienste nicht in Anspruch nehmen, aber wenn ich meine Meinung ändere, weiß ich, wie ich sie erreichen kann.

Vor allem bin ich sicher und fühle mich im Laufe der Zeit besser, aber ich bin noch nicht stark genug, um Medien ein vollständiges Interview zu geben, und hoffe, es eines Tages tun zu können. Bis dahin möchte ich betonen, dass niemand für mich oder meinen Vater spricht, außer uns selbst. Ich danke meiner Cousine Viktoria für ihre Sorge um uns, bitte aber darum, dass sie mich vorerst nicht besucht oder versucht, mich zu kontaktieren. Ihre Meinungen und Behauptungen sind nicht die meine und nicht die meines Vaters.

Im Moment möchte ich nicht mit der Presse oder den Medien sprechen und bitte um deren Verständnis und Geduld, während ich versuche, mich mit meiner aktuellen Situation auseinanderzusetzen.

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Der ehemalige britische Botschafter Craig Murray nahm zu der Erklärung auf Twitter bereits Stellung. Laut ihm zeuge deren sprachliches Niveau davon, dass diese von einem englischen Muttersprachler verfasst worden sei, der insbesondere die formal-amtliche Sprache beherrscht.

Stunden zuvor beschuldigte eine Quelle aus der Russischen Botschaft in London die britischen Behörden, Julia und ihren Vater "unter Zwang festzuhalten". Russische Diplomaten würden demnach weiterhin versuchen, ein Treffen mit ihr zu arrangieren.

"Die britische Seite verweigert uns weiterhin Informationen über ihren wahren Gesundheitszustand, ihre Wünsche oder ihren Aufenthaltsort", sagte die Quelle gegenüber der Nachrichtenagentur RIA. "Es ist offensichtlich, dass sie isoliert wird, Augenzeugenberichte verheimlicht und Hindernisse auf dem Weg zu einer objektiven und unabhängigen Untersuchung errichtet werden."

In einem Tweet sprach die Russische Botschaft von einer "Geiselnahme" durch diejenigen, die "Beweise vernichten" und dabei versagen, "eine offizielle Darstellung des Verbrechens" vorzulegen.

Julia und ihr Vater Sergej Skripal wurden Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury aufgefunden. Laut London wurden sie Opfer eines Angriffs mit dem Nervengift Nowitschok. Die britische Regierung macht Moskau für den Anschlag verantwortlich. Der Kreml weist den unbelegten Vorwurf zurück.

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