Macron erwägt Angriff auf vermeintliche Chemiewaffen-Einrichtungen in Syrien

Macron erwägt Angriff auf vermeintliche Chemiewaffen-Einrichtungen in Syrien
Donald Trump und Emmanuel Macron
Als Vergeltung für den angeblichen Giftgasangriff von Duma erwägt der französische Präsident Emmanuel Macron einen Angriff auf Einrichtungen in Syrien, die er der Herstellung von C-Waffen verdächtigt. Derzeit berät sich Macron mit Großbritannien und den USA.

Am Dienstag sagte Macron: 

Wir werden den Austausch technischer und strategischer Informationen mit unseren Partnern, speziell mit Großbritannien und den USA, fortführen und in den kommenden Tagen unsere Entscheidung bekanntgeben. 

Laut Macron würde ein Angriff Frankreichs auf Syrien nicht die Verbündeten der syrischen Regierung ins Visier nehmen, sondern lediglich Chemiefabriken. Die OPCW (Organization for the Prohibition of Chemical Weapons) hatte bereits 2014 bestätigt, dass Syrien alle Bestände chemischer Waffen, die unter seiner Kontrolle standen, vernichtet hat. Auf welche Chemiewaffen-Bestände sich Macron bezieht, ist deshalb nicht bekannt. 

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrates.

Seine Aussage traf Macron im Zuge des Besuchs des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Paris. Der saudische Außenminister hatte signalisiert, dass er eine militärische Reaktion unterstützt, denn diejenigen, die für den mutmaßlichen Chemieangriff verantwortlich seien, müssten auch "zur Verantwortung gezogen werden". 

Die Regierungsführer der USA, Großbritanniens und Frankreichs kündigten an, gemeinsam auf den vermeintlichen Chemieangriff reagieren zu wollen, spezifische Handlungen, die man beabsichtige, wurden jedoch noch nicht genannt. Aus der Downing Street hieß es nach einer Unterredung der britischen Premierministerin Theresa May mit den Präsidenten ihrer Verbündeten, Donald Trump und Emmanuel Macron: 

Wir sind übereingekommen, eng mit den internationalen Partnern zusammenzuarbeiten, um sicherzugehen, dass diejenigen, die verantwortlich sind, auch zur Verantwortung gezogen werden. 

Die US-Regierung konnte bislang jedoch keine schlüssigen Verbindungen zwischen dem mutmaßlichen Giftgasangriff und der syrischen Regierung oder deren Verbündeten herstellen. Dennoch schieben May und Trump weiterhin die Schuld für die angebliche Attacke auf die syrische Regierung. Der Präsident des Landes, Baschar al-Assad, lud Chemiewaffenexperten dazu ein, eine Untersuchung des angeblichen Vorfalls durchzuführen. Die OPCW hat bereits zugesagt, die Einladung anzunehmen und ein Team nach Duma zu entsenden. 

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