Durchsuchung des russischen Passagierflugzeugs: London suchte nach "Waffen" und "verbotenen Stoffen"

Durchsuchung des russischen Passagierflugzeugs: London suchte nach "Waffen" und "verbotenen Stoffen"
Die britische Behörde ging an Bord einer russischen A-321, die vom Moskauer Flughafen Scheremetjewo in die britische Hauptstadt kam.
Es handele sich um übliche Maßnahmen zum Schutz vor Waffenschmuggel und illegaler Einfuhr verbotener Stoffe: So erklärten die britischen Sicherheitskräfte die Durchsuchung eines Passagierflugzeuges der russischen Fluggesellschaft Aeroflot am Londoner Flughafen Heathrow.

Die umstrittene Durchsuchung eines russischen Flugzeugs durch britische Beamte am Londoner Flughafen Heathrow sei durchgeführt worden, um das Vereinigte Königreich vor organisierter Kriminalität und dem Schmuggel von verbotenen Stoffen zu schützen. So begründete der britische Minister für Sicherheitsangelegenheiten Ben Wallace am Samstag die Aktion. Moskau hatte die Durchsuchung einer Aeroflot-Passagiermaschine als "illegal" bezeichnet und von den britischen Behörden eine Erklärung verlangt. Grenz- und Zollbeamte haben das Flugzeug durchsucht, das auf der Strecke Moskau-London-Moskau unterwegs gewesen war.

Großbritannien vor gefährlichen Mitteln wie Drogen oder Waffen schützen 

Durchsuchung eines russischen Flugzeugs in London - Moskau spricht von Provokation (Symbolbild)

"Das ist ein üblicher Vorgang britischer Grenzbeamter – Flugzeuge werden durchsucht, um das Vereinigte Königreich vor organisierter Kriminalität und denjenigen zu schützen, die versuchen, gefährliche Mittel wie Drogen oder Waffen ins Land einzuführen", so der britische Minister. Er bestand darauf, dass das Flugzeug, sobald die "Kontrollen abgeschlossen waren", "seine Weiterreise fortsetzen durfte".

Das Flugzeug Aeroflot Airbus A321 wurde am Freitag nach seiner Ankunft vom Moskauer Flughafen Scheremetjewo am Londoner Flughafen Heathrow von britischen Beamten durchsucht. Die Beamten sagten, sie müssten das Flugzeug inspizieren, und forderten, dass der Kapitän in der Kabine bleibe und die Besatzung von Bord gehe. 

Aeroflot und einige führende russische Gesetzgeber sagten, die Durchsuchung sei "illegal" und stünde im Gegensatz zu "der internationalen Praxis, solche Inspektionen durchzuführen". Russlands Verkehrsministerium gab zudem eine Erklärung heraus, die vor gegenseitigen Aktionen warnte, wenn Großbritannien keine Erklärung für die Durchsuchung lieferte.

Kapitän sagte, es habe keinen Durchsuchungsbefehl gegeben

Der Kapitän der Maschine, Witali Mitrofanow, äußerte sich inzwischen auch zu der Angelegenheit. Er sagte gegenüber dem Sender Rossija-24, dass die Beamten sich als Mitarbeiter des Zolldienstes vorgestellt hätten. Die Durchsuchung habe fünf bis sieben Minuten gedauert. Danach hätten die Beamten technische Behälter der Maschine kontrolliert, berichtet Sputnik.

"Es gab keinen Durchsuchungsbefehl, (…) keine Gründe, man hat mir nichts gesagt", so der Kapitän. Zudem habe Mitrofanow auch keine Möglichkeit zur Beobachtung der Handlungen der Beamten gehabt, obwohl nach den Regeln jeder Kontrollierende von Flugbegleitern begleitet werden solle, heißt es weiter im Bericht.

Der Vorfall dürfte die Spannungen zwischen Moskau und London wegen der Vergiftung des ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter im englischen Salisbury weiter verschärfen. Londoner Politiker, darunter Theresa May und Boris Johnson, behaupten, dass die Skripals von einem in der Sowjetunion hergestellten Nervengas vergiftet wurden, und forderten sofortige Maßnahmen gegen Moskau. Die Polizei sagt jedoch, dass es Wochen oder Monate dauern könne, bis die Untersuchung abgeschlossen sei. Russland hat jede Beteiligung an der Vergiftung vehement bestritten und London aufgefordert, Beweise, einschließlich Proben des Nervengases, vorzulegen, anstatt grundlos Russland die Schuld zuzuweisen.

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