Aus Liebe zum Tier: Morddrohungen gegen schwedische Zoomitarbeiter

Aus Liebe zum Tier: Morddrohungen gegen schwedische Zoomitarbeiter
Gepardenjungen im Zoo von Boras, Schweden, 23. April 2010.
Zwischen 2012 bis heute tötete der schwedische Tierpark Borås neun Löwenbabys, da diese "zu groß wurden und nicht hineinpassten" - und kein anderer Zoo sie wollte. Ingesamt wurden 286 Tiere in vier Jahren getötet. Für militante Tierschützer eine Provokation.

Rund 250.000 Besucher kommen alljährlich in die Stadt Borås nahe Göteborg, um den Zoo zu besuchen. Die neun getöteten Löwenjungen hießen: Potter, Weasley, Samba, Rafiki, Nala, Sarabi, Kiara, Kovu und Banzai. Ingesamt 286 Tiere tötete der schwedische Zoo Borås in den letzten vier Jahren, von denen 163 offenbar gesund waren.

Die nunmehrigen Morddrohungen, die sich vor allem gegen den Zoo-Direktor Bo Kjellsson richten, gehen beim Zoo via E-Mail und sozialen Medien ein. Zum Zeitpunkt eines jüngst veröffentlichten SVT-Berichts waren bereits 15 Drohungen dieser Art eingegangen. Kjellsson: 

Das ist wirklich tragisch und die Drohungen betreffen das gesamte Personal und die Organisation. Wir haben versucht, auf alle E-Mails zu antworten, die wir erhielten. Die Fälle, die uns als zu heiß erschienen, haben wir an die Polizei weitergegeben. 

Ein Mädchen füttert im Zoo des New Yorker Central Parks Schafe, USA, 7. April 2001.

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Die schwedischen SVT-Nachrichten hatten nachgeforscht und waren zu dem Resultat gekommen, dass der Zoo regelmäßig gesunde Tiere tötete. Kjellsson versuchte die Vorwürfe gar nicht erst zu vertuschen. Der Zoo-Direktor bedauert vor allem seine Mitarbeiter: 

Alle arbeiten hart daran, alles richtig zu machen. Wir befolgen alle Regeln und nehmen an einem Zuchtprogramm teil, bei dem es um das Tierwohl geht. Es macht daher keinen Spaß, wenn einem etwas fälschlicherweise vorgeworfen wird und man deshalb in die Kritik gerät. 

Für Kjellsson rissen die SVT-Nachrichten die Angelegenheit aus dem Zusammenhang. Man habe sich nur auf die "Tatsache der Tötungen konzentriert, nicht darauf, was wir alles richtig machen". Der Journalist, der die Vorfälle ans Tageslicht gebracht hatte, wehrte sich in einer Stellungnahme und bezeichnete die Zoo-Praktiken als "inakzeptabel". Der Zoo-Direktor habe zur Genüge die Möglichkeit gehabt, auf das Zuchtprogramm hinzuweisen. In einer Petition fordern Tierliebhaber nun, dass der Zoo alle Löwenjungen abgibt, damit sie der "Euthanasie" entgehen. Bereits 158.527 Unterschriften wurden hierfür gesammelt. 

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