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Schwedische Polizei besorgt über neuen Trend: Handgranaten als Kriegsgerät von Bandenkriminellen

Schwedische Polizei besorgt über neuen Trend: Handgranaten als Kriegsgerät von Bandenkriminellen
Goran Mansson, Leiter des Bombenentschärfungsteams von Malmö, präsentiert sichergestellte Handgranaten, Schweden, 5. August 2015.
Schwedische Banden haben eine Vorliebe für Handgranaten. Todesfälle durch Verletzungen mit der Kriegswaffe sind bisher selten, aber die Vorliebe für die Waffen macht der Polizei Sorgen. Die Granaten sind ein Relikt des Bosnienkrieges.

Die meisten Handgranaten, die schwedische Banden als Waffe einsetzen, entstammen dem Bosnienkrieg auf dem Balkan. Auch andere Kriegsmaterialien wurden auf dem Landweg nach Schweden geschmuggelt. Unter dem Schmuggelgut befinden sich neben Handgranaten auch halbautomatische und automatische Waffen. Von den 43 sichergestellten Handgranaten im vergangenen Jahr detonierten 21. Im Jahr 2016 waren es 55 Granaten, wovon 35 explodierten. Im Jahr 2015 waren es nur zehn. 

Linda Staaf, Leiterin des NOA, gegenüber The Local

Nachforschungen sind notwendig, um eine genaue Antwort darüber zu geben, ob die Nutzung der Handgranaten in Schweden gestiegen ist. Aber wir sind der Ansicht, dass es teilweise zu einem Trend geworden ist."

Deutscher Polizist in Köln mit Bodycam, 3. Februar 2016.

Der in Malmö ansässige Journalist und Kriminologe Joakim Palmqvist beschreibt die Vorliebe für die Handgranaten damit, dass es vergleichsweise geringe Strafen für den Besitz und Gebrauch der Granaten gab. Für die Kriminellen ist der Gebrauch von Handgranaten sicherer, denn der Straftäter hinterlässt weniger Spuren, es gibt keine Patronenhülsen, die einer Schusswaffe zugeordnet werden können. Die Justiz ist dem Trend gefolgt. Zuvor fielen Handgranaten nicht unter Waffen, sondern unter Explosionsmaterial, deren Besitz nur mit sechs bis vier Jahren Haft bestraft wurden. Jetzt wurde die Mindesthaft auf zwei Jahre angehoben. 

Mehr zum Thema - Amerikanische Verhältnisse? Schweden wehren sich gegen ethnische Profilierung durch Polizei

Studien zu Granaten in Ländern, in denen kein Krieg herrscht, sind unüblich. Das einzige Land, dass hierzu Zahlen hat, ist Mexiko. Diese sind aber nicht verlässlich genug. In Schweden sieht man aber die Notwendigkeit, sich mit dem Thema zu befassen. Eine laufende Studie von schwedischen Kriminologen ergab, dass die 78 Explosionen durch Granaten, die es seit 2010 gegeben hat, zur Hälfte im Jahr 2016 stattfanden. Einer der Kriminologen, Grenell, der an der Studie teilnimmt, schrieb in einem Blog: 

Die Tatsache, dass sich kein anderes Land darum geschert hat, die Zahl der Handgranaten zu dokumentieren, besagt viel. Aber aus unserer Perspektive gibt es eine Notwendigkeit, diese in Schweden zu zählen." 

Das Kriegsgerät, welches nach Schweden geschmuggelt wird, ist nur schwer ausfindig zu machen, berichtet Jonas Karlsson von der schwedischen Zollbehörde "Tullverket". Im Vergleich zu Drogen gibt es keinen stetigen Zufluss. Die Wahrscheinlichkeit die Waffen zu entdecken, ist daher eher gering. 

Anfang Januar verstarb ein älterer Mann, nachdem er etwas vom Asphalt in Varby Gard in Huddinge nahe Stockholm aufgehoben hatte. Es handelte sich um eine Handgranate, die sofort explodierte. Besonders Stockholm, Göteborg und Malmö sind von dem Handgranaten-Trend betroffen. 

 

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