Britischer Anti-Terror-Polizist: "Terroristen sollten wie Pädophile behandelt werden"

Britischer Anti-Terror-Polizist: "Terroristen sollten wie Pädophile behandelt werden"
Ein Polizist legt Blumen am Finsbury Park nieder. London, Großbritannien, 19. Juni 2017.
Ein britischer Polizist mit langer Antiterror-Erfahrung spricht sich dafür aus, mit terroristischem Gedankengut infizierten Eltern die Kinder zu entziehen. Man müsse diese Eltern genauso behandeln wie Pädophile. Er warnt auch vor organisierter rechter Gewalt.

Mark Rawley, stellvertretender Behördenleiter der Polizei für den Großraum London (Metropolitan Police) und Leitender Beamter im Anti-Terror-Kampf, tritt mit einem weitreichenden Vorschlag im Umgang mit Personen an die Öffentlichkeit, die terroristisches Gedankengut verbreiten und Kinder haben. Er schlägt vor, diese wie Pädophile zu behandeln und ihnen die Kinder zu entziehen: 

Wenn Sie Eltern kennen, die an Sex mit Kindern interessiert sind, oder Eltern, die glauben, diese müssten mit der Überzeugung heranwachsen, es sei geboten, Leute ihrer Religion oder ihrer Einstellungen wegen zu hassen oder zu töten, sind dies für mich gleich schlimme Verhältnisse, denen Kinder ausgesetzt werden. 

Damit nahm der britische Polizist Bezug auf den Fall einer Mutter von fünf Kindern. In den sozialen Medien verbreitete diese terroristische Propaganda, ihrer Kinderschar wegen blieb ihr jedoch das Gefängnis erspart: 

Die Familiengerichte krempeln ihre Ärmel hoch - ich bin mir da noch nicht ganz sicher. Aber wir [die Polizei] müssen uns jetzt darum kümmern, wie wir damit umzugehen haben, wenn es Eltern gibt, die effektiv Terroristen sind und sogar dafür verurteilt wurden, terroristische Propaganda zu verbreiten. 

Bücher über den Islam; Moschee in Reinickendorf, Berlin, Deutschland

Rowley wies auch auf die gestiegene Gefahr rechtsextremer Straftaten in Großbritannien hin. Islamisten und Rechtsextreme hätten "viel gemein", sie teilten das Ziel, Zwietracht zu sähen und durch ihre Propaganda das Vertrauen in den Staat zu mindern. Die neue Gefahr durch Rechtsextreme sei, dass diese nun organisierter sind: 

Die Bedrohung durch Rechtsradikale war zuvor nicht organisiert. Jedes Mal - hier und dort - gab es Einzelpersonen, die durch diese Rhetorik motiviert wurden, einen terroristischen Anschlag zu verüben, aber wir hatten keinen organisierten rechten Flügel, wie wir ihn jetzt haben. [...] Jede Seite füttert die jeweilige extremistische Rhetorik mit dem gemeinsamen Ziel, Spannungen und Spaltung in der Gemeinschaft zu fördern. 

Die britische Gesellschaft, so Rawley, sei "gegenüber der Intoleranz zu tolerant" gewesen.  

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