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Ex-Maidan-Aktivistin Biltschenko im RT-Gespräch: "Der Maidan war ein Fehler" (Video)

Ex-Maidan-Aktivistin Biltschenko im RT-Gespräch: "Der Maidan war ein Fehler" (Video)
Kiew, April 2014. Die Mitglieder der Maidan-Sturmtruppen ziehen an dem ausgebrannten Gewerkschaftshaus auf dem Maidan vorbei.
Die ehemalige Maidan-Aktivistin Jewgenia Biltschenko spricht offen über die Instrumentalisierung der Maidan-Bewegung, die Drahtzieher-Symbiose aus Regierung und rechten Kampfbatallions und die Prognosen für das nach wie vor unruhige und gespaltene Land.

Dr. Jewgenia Biltschenko (38) ist Professorin für Kulturologie. Sie lehrt an der Nationalen Pädagogischen Universität in Kiew. Ihre Bücher wurden in 37 Sprachen übersetzt. Zum Maidan hat sie ein besonderes Verhältnis. Jewgenia Biltschenko protestierte auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiew von November 2013 bis Februar 2014, nicht zuletzt, um ihre Studenten dort zu unterstützen.

Sie schrieb Gedichte, in denen sie den Maidan verherrlichte. Fast jeden Tag war sie dort. Später, als der Krieg im Osten des Landes ausgebrochen war, half sie als Volontärin Kämpfern auf der ukrainischen Seite sowie Kindern von Zivilisten auf der anderen Seite der Frontlinie. Die Besuche des Frontgebiets haben sie zum Umdenken veranlasst.

Für die Zukunft sieht die Kulturanalytikerin mehrere Szenarien, die sich in der Ukraine abspielen könnten – von einer ultranationalistischen Dikatur über eine Revanche der russlandfreundlichen Kräfte und einen großflächigeren Bürgerkrieg, der auch zentrale Regionen des Landes erfassen kann, bis gar hin zur Spaltung des Landes.

Russische und ukrainische Flaggen auf einem Stadion.

Die realistischere Variante sei aber ein neoliberales, globales, US-amerikanisches Projekt eines mehr oder weniger gediegenen Nationalismus. Dieser werde dazu führen, dass der Donbass sich von der Ukraine abspaltet und unter russischen Einfluss gerät und die Ukraine selbst den Weg der baltischen Staaten geht. Sie werde unter dem Banner der westlichen Werten vereint, ohne dass dabei ihre Geschichte und ihre Vielfalt beachtet werden:

Es wird dort keinen Platz für das Aroma der alten Ukraine geben, an das wir alle gewohnt sind.

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Als Kulturschaffende, die die Symbiose der russischen und ukrainischen Kultur in ihren Werken verkörpert, verteidigt Biltschenko auch den politisch belasteten Begriff "russische Welt":

Denn die russische Welt ist kein Politprojekt. Das sind geistige Werte, die bis auf die Zeiten der Kiewer Rus zurückgreifen und sowohl für Russen als auch für die Ukrainer gleich sind. Das ist ein Sinnkonzept und kein imperialistisches Politprojekt. Und wenn wir uns auf diese Ursprünge besinnen… Unsere Mentalität ist doch sehr ähnlich.

Biltschenko reist oft nach Russland und versucht zwischen den ukrainischen und russischen Intellektuellen zu vermitteln. Doch in beiden Staaten ist sie starken Angriffen und Pöbeleien aus den jeweiligen ultranationalistischen Kreisen ausgesetzt. Doch ein Exil kommt für die Poetin nicht infrage, macht sie ihren Hassern auf ihrem Facebook-Account klar. 

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