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Handgranaten-Attentäter auf US-Botschaft in Montenegro war NATO-Gegner

Handgranaten-Attentäter auf US-Botschaft in Montenegro war NATO-Gegner
Polizeikräfte Montenegros sichern das Gebäude ab. Die US-Botschaft bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der Kriminalpolizei Enis Baković sollen die montenegrinischen Behörden bei den Ermittlungen von FBI-Kollegen unterstützt werden.
Der Mann, der eine Handgranate auf die US-Botschaft in Podgorica geworfen haben soll, ist ein 43-jähriger Montenegriner. Das Motiv für seine Tat ist weiterhin unklar. Während des NATO-Kriegs gegen Jugoslawien war er von Slobodan Milošević ausgezeichnet worden.

Die montenegrinische Polizei hat heute die Identität des Mannes bekannt gegeben, der in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag eine Handgranate auf die US-Botschaft in Podgorica geworfen haben soll. Es handelt sich um Dalibor Jauković, der seit Jahren in der montenegrinischen Hauptstadt lebt, aber gebürtig aus aus Kraljevo in Serbien stammt. Der 43-Jährige hat sich nach Angaben der Behörden durch die Aktivierung eines weiteren Sprengkörpers getötet.

Präsident Serbiens Aleksandar Vučić bei einer Pressekonferenz 2017. Nun äußerte er sich zur Festnahme eines ehemaligen US-Soldaten in Serbien. Die Stabilität der Region sei aus seiner Sicht nicht allen recht.

Das Botschaftsgebäude ist von zahlreichen Polizeikräften abgeriegelt. Die Botschaft blieb heute geschlossen. Nach Angaben der montenegrinischen Behörden wurde das Gebäude nicht beschädigt, die Explosion habe aber einen Krater im Innenhof hinterlassen. Es sei auch niemand auf dem Gelände verletzt worden.

"Nicht in die NATO, um Gottes Willen!"

Offiziell wurde noch nichts zu möglichen Motiven des Mannes geäußert. Ob die Tat einen politischen Hintergrund hat, ist ebenfalls offen. Medien spekulieren, dass der 43-Jährige aus Verzweiflung und Armut gehandelt haben soll. Er soll auch gegen den NATO-Beitritt Montenegros gewesen sein. Im Mai 2017, kurz nach der Entscheidung Podgoricas, Mitglied der nordatlantischen Militärallianz zu werden, erschien auf seinem Facebook-Profil der Satz: "Nicht in die NATO, um Gottes Willen!" Dazu veröffentlichte er das Foto seiner Plakette, die er während des NATO-Kriegs gegen Jugoslawien 1999 vom damaligen Präsidenten Slobodan Milošević verliehen bekam. Damit wurde er für seine Verdienste im Bereich der Verteidigung und Sicherheit der Bundesrepublik Jugoslawien 1999 ausgezeichnet.

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Laut der serbischen Tageszeitung Večernje novosti soll sein Vater ein Offizier gewesen sein, der 1993 mit der Familie von Serbien nach Montenegro umgezogen ist. Jauković soll zuletzt arbeitslos gewesen sein und in ärmlichen materiellen Verhältnissen gelebt haben. Bis 2013 war er bei "Kombinat aluminijuma" - einem Aluminiumhersteller - in Podgorica angestellt, der aber Insolvenz angemeldet hatte. Medienberichten zufolge hatte er keine Kinder und war auch nicht verheiratet.

Ohne Arbeit, ohne Perspektive, mit militärischer Vergangenheit  

"Offenbar überwog die schwere Lebenslage. Er war ein junger Mensch, der in der heutigen Welt nicht zurechtkam", sagten Nachbarn aus der Siedlung in Podgorica, in der er zuletzt mit seinem Bruder wohnte. "Ohne Arbeit, ohne Perspektive, mit einer militärischen Vergangenheit. Alles kam zusammen", so die Nachbarn.

Allerdings machte er noch vor einer Woche Witze über ein gemeinsames Abendessen mit der Gattin von US-Präsident Donald Trump:

Der montenegrinische Präsident Filip Vujanović äußerte sein Bedauern über den Angriff auf die US-Botschaft. Die US-amerikanische Vize-Botschafterin in Podgorica Judy Kuo empfing den Innenminister Montenegros Mevludin Nuhodžić und den Polizeipräsidenten Slavko Stojanović. "Wir sind unserem Partner und Alliierten, der Regierung Montenegros, dankbar für die Zusammenarbeit und bedanken uns bei der Polizei für die professionelle Unterstützung in den Ermittlungen des heutigen Vorfalls", stand nach dem Treffen auf dem Twitter-Profil der US-Botschaft in Montenegro.

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