Niederländische Polizei schlägt Alarm: "Wir haben den Kampf gegen die Kriminalität verloren"

Niederländische Polizei schlägt Alarm: "Wir haben den Kampf gegen die Kriminalität verloren"
Niederländische Polizei in Aalsdorf nahe Aachen, 17. November 2015.
Die niederländische Polizei warnt, dass das Land angesichts der Unmengen an Drogen in einen "Narco-Staat" abgleite. In einem Bericht der "NEDERLANDSE BRANCHE POLIS" wird dargelegt, wie unmöglich der Kampf gegen Drogen, Sexualverbrechen und Betrügereien geworden sei.

Laut des Berichts der niederländischen unabhängigen Organisation NPB (Nederlandse Branche Polis) sehen sich Polizisten in den Niederlanden gegenüber der Menge an Verbrechen nicht in der Lage, alle anzugehen. Nur einer von vier Fällen kann bearbeitet werden. Wegen des Personalmangels kann sich die Polizei nur Gewaltverbrechen wie Mord und Raubüberfällen zuwenden. 

Fälle, die lange Untersuchungen fordern, werden aufgeschoben oder ganz fallen gelassen. Die holländische Polizei fordert 2.000 weitere Polizisten. 

Wann fällt der erste Schuss zwischen den Polizisten? Zwei Polizisten mit Maschinengewehren bei einer Übung.

Ein Kriminalbeamter in der NL Times:

In den letzten 25 Jahren habe ich kleine Dealer gesehen, die zu großen Unternehmern heranwuchsen mit guten Kontakten in die Politik und in sogenannte respektierte Investoren. 

Nur eine von neun kriminellen Gruppen könne mit den derzeitigen Ressourcen, die die Polizei zur Verfügung hat, verfolgt werden. Der Bericht spricht von einer Entwicklung hin zu einem "Narco-Staat" mit einer Parallelwirtschaft abseits des legalen Handels. In Laboren im Süden des Landes, geleitet von mehrheitlich marokkanischen Banden, wird Ecstasy für den europäischen Markt hergestellt. Laut Zahlen Europols passiert die Hälfte des Kokains, das Europa erreicht und einen Warenwert von 5,7 Milliarden Euro pro Jahr hat, den Hafen Rotterdams. Der Guardian zitiert den Polizeichef Amsterdams Pieter-Jaap Aalbersberg. Seine Polizeieinheiten verbrächten 60 bis 70 Prozent ihrer Zeit mit dem Kampf gegen die organisierte Kriminalität. 

Kritiker der niederländischen Toleranzpolitik "gedoogbeleid" sehen den Verkauf von Cannabis in Coffee Shops und die Legalisierung der Prostitution als einen Faktor, der die Niederlande zu einem Hort für Menschen- und Drogenhandel macht. Dass es zu einem 25 prozentigen Rückgang gemeldeter Verbrechen kommt, sei kein Grund zur Freude, denn bis zu 3,5 Millionen Verbrechen jährlich werden nicht gemeldet. 

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