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Nach Festnahme von Ex-Navy Seal in Serbien: Staatschef Vučić vermutet "Destabilisierungs-Plan"

Nach Festnahme von Ex-Navy Seal in Serbien: Staatschef Vučić  vermutet "Destabilisierungs-Plan"
Präsident Serbiens Aleksandar Vučić bei einer Pressekonferenz 2017. Nun äußerte er sich zur Festnahme eines ehemaligen US-Soldaten in Serbien. Die Stabilität der Region sei aus seiner Sicht nicht allen recht.
Ein ehemaliger US-Soldat wurde in Belgrad mit einer Waffe aus serbischer Produktion festgenommen. Mögliche Komplizen, die ihm die Pistole besorgt haben sollen, schweigen. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić vermutet Destabilisierungs-Absichten "ausländischer Faktoren".

Was hatte ein ehemaliger US-amerikanischer Elite-Soldat, der kürzlich in Belgrad verhaftet wurde, in Serbien vor? Diese Frage beherrscht seit Tagen die dortige Presse. Alles rund um die Ergreifung des einstigen Mitglieds der US-Spezialeinheit Navy Seals ist unklar. Fest steht nur: Bei dem Inhaftierten handelt es sich um Daniel Corbett. Bei seiner Festnahme hatte er eine CZ-99-Pistole mit abgefeilter Seriennummer bei sich.

Amerikanische Truppen in Lettlands Hauptstadt Riga, 18. November 2015.

Die serbische Internetseite Insajder, bekannt für ihren investigativen Journalismus, berichtet, dass Corbett in einer amerikanischen Firma namens "Raven Military" gearbeitet haben soll. Einer der Miteigentümer des Unternehmens soll Jay Footlik sein, Sonderassistent des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, zuständig unter anderem für Nahostfragen. Die Firma "Raven Military" hatte nach Angaben der Insajder-Journalisten kurz nach der Verhaftung von Daniel Corbett und mehreren Anrufen der Reporter ihre offizielle Internetseite zeitweise vom Netz genommen. Die Reporter machten ein Screenshot davon. 

Auf dem Foto, das von Daniel Corbett auf der Website veröffentlicht ist, trägt er einen Bart, eine Sonnenbrille und eine Kufiya, umgangssprachlich auch als Palästinensertuch bekannt. In seinem Lebenslauf steht, er sei 14 Jahre lang Mitglied der amerikanischen Spezialeinheit Navy Seals gewesen, habe an Operationen im Irak und in Afghanistan teilgenommen, habe weltweit Operationen von großer Bedeutung geleitet und sei an Befreiungsaktionen von Geiseln beteiligt gewesen.

Nach Festnahme von Ex-Navy Seal in Serbien: Staatschef Vučić  vermutet "Destabilisierungs-Plan"

Auf dem gleichen Server, auf dem auch die Adresse der "Raven Military"-Website registriert ist, befand sich nach Angaben von Insajder auch eine Website der Firma "Crno Jezero Group", die offenbar miteinander verbunden sind. Diese Firma ist wiederum in Serbien registriert worden. Sie wurde am 18. April 2016 gegründet und bereits am 19. Juli 2017 stillgelegt. Geschäftsführer des Unternehmens sollen Jay Footlik und Abraham Golan gewesen sein. Nach Informationen von Insajder sei Golan Spezialist für Sicherheitsangelegenheiten. Er soll in Genf leben und sich auf Sicherheitsangelegenheiten von Energieunternehmen in Afrika spezialisiert haben.

Symbolbild - US-Navy Seals im Einsatz in Afghanistan

Der serbische Innenminister Nebojša Stefanović will bis heute nichts über den verhafteten US-Bürger sagen, womit auch der Haftgrund weiterhin unklar ist. Nun äußerte sich gestern der serbische Präsident Aleksandar Vučić: "Ich bin nicht sicher, dass jedem die Stabilität der Region passt. Ich bin der Meinung, dass es auch ausländische Kräfte gibt, die sich diese Stabilität nicht wünschen", sagte Vučić in der Fernsehsendung "Ćirilica".

"Stellen Sie sich vor, Sie verhaften einen Typen, der früher im Team 6 war, das in Afghanistan den Osama bin Laden jagte, und nun finden Sie ihn hier, in Serbien, mit einer Pistole mit abgefeilter Seriennummer. Dann finden Sie auch noch die kriminellen Kontakte, die ihm diese Pistole besorgt haben. Sie verhaften diese Serben, aber die schweigen und wollen kein einziges Wort darüber sagen, wofür diese Waffe hätte gebraucht werden sollen. Also, Sie wollen mir nicht sagen, dass die Pistole zum Abschießen von Welsen oder Zandern in der Donau vorgesehen war ...", sagte Vučić.

Das serbische Volk sei aber klug genug, um zu wissen, dass einer, der mal zu einer der bekanntesten Spezialeinheiten gehörte, nicht "einfach so" aus San Diego nach Serbien gekommen sei, so der serbische Präsident.

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Update, 21.02. 10:05 Uhr: In der ursprünglichen Version des Artikels hieß es, die Webseite von Raven Military sei nicht erreichbar. Das war bis gestern der Fall, mittlerweile funktioniert sie wieder. 

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