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Wissenschaftler der Oxford-Universität: Krieg in der Ukraine ließ HIV-Welle eskalieren

Wissenschaftler der Oxford-Universität: Krieg in der Ukraine ließ HIV-Welle eskalieren
Ein ukrainischer HIV-Patient im Lavra-Klinikum. Das größte HIV-Behandlungszentrum der Ukraine. (Kiew, 12. April 2013, Quelle: Reuters)
Aufgrund der Tatsache, dass eine große Menge an Menschen aus der Ost-Ukraine die Flucht ergriffen, um dem Krieg zu entrinnen, wurde die hohe Dichte an HIV-Infektionen auf andere Teile des Landes verlagert.

Wie das wissenschaftliche Nachrichtenportal EurekAlert am Montag berichtet hat, sollen aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ost-Ukraine die Infektionswellen mit HIV verheerend gestiegen sein. Laut dem Artikel "analysierten die Forscher DNA-Sequenzen, um virale Migrationsmuster zu rekonstruieren". Dabei soll entdeckt worden sein, dass die 1,7 Millionen geflüchteten Menschen innerhalb der Ukraine mit der Ausbreitung des Virus in Verbindung stünden.

In Deutschland stagniert die Zahl der Neuinfektionen seit Jahren. In 2016 steckten sich nach Berechnungen des Robert Koch-Institut (RKI) 2.500 Männer und 570 Frauen mit dem Immunschwäche-Virus an. Stark betroffen ist vor allem Berlin.

Circa 0,5 Prozent der Ukrainer leidet an HIV

Die Forschungsergebnisse wurden im Wissenschaftsjournal PNAS veröffentlicht. Das internationale Team an Wissenschaftlern wird von Tatjana Wasilijewa (PhD) angeführt. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit zwischen der Oxford University und der Organisation Public Health England (PHE).

Des Weiteren erläuterte Wasilijewa:

In einem Land mit 45 Millionen Einwohnern sind 220.000 mit HIV infiziert, die höchste Verbreitung in Europa. Die Epidemie fing in den 1990er Jahren mit einem explosiven Anstieg der Infektionszahlen an. Darunter sind Menschen, die Drogen gespritzt haben. Mittlerweile meldet man 70 bis 80 Prozent der neuen Infektionen unter Menschen, die heterosexuell sind und sich keine Drogen spritzen.

Die Forscherin ergänzte ihre Expertise, wie folgt:

Es ist eine stille Epidemie, denn ungefähr 50 Prozent der HIV-infizierten Menschen sind sich ihrer Infektion nicht bewusst. Bei 40 Prozent der neu diagnostizierten Menschen handelt es sich um bereits vorangeschrittene Stadien der Krankheit.

In der Russischen Föderation ist es vor allem der in einigen Regionen und Bevölkerungsgruppen alarmierende Drogenkonsum, der dazu führt, dass sich auch das HIV-Virus rapide ausbreiten kann.

Studie umfasst entscheidende Zeit der Ukrainekrise

Grundsätzlich hält der Artikel fest, dass die Ergebnisse der Studie sich auf Daten aus den Jahren 2012 bis 2015 beziehen. Außerdem seien sie derselben Art, wie frühere Forschungsinitiativen in der westlichen Welt, in denen ebenfalls die Korrelation zwischen HIV-Verbreitung und geopolitischen Ereignissen nachgewiesen worden sei.

Die Leiterin des Oxford-Forschungsprojekts postulierte außerdem:

In dieser Studie haben wir entdeckt, dass die Viren-Migration rasch gestiegen ist und einen westliches Richtungsmuster verfolgt. Donezk und Luhansk, zwei große Städte im Osten der Ukraine und seit dem Jahr 2014 nicht unter staatlicher Kontrolle, sind die Hauptexporteure von HIV.

Solange die Friedensbemühungen in der Ukrainekrise keine Früchte tragen, wird die Führung in Kiew kaum die organisatorische und infrastrukturelle Herausforderung bewältigen können, die diese reanimierte HIV-Epidemie darstellt.

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