Krieg in Neuauflage: Schweden wird überarbeitete Kriegs-Anweisungen an Bürger verteilen

Krieg in Neuauflage: Schweden wird überarbeitete Kriegs-Anweisungen an Bürger verteilen
Schweden will seinen Bürgern eine neue Version, der in den 1940er Jahren veröffentlichten Kriegsanweisungen präsentieren. Als Gründe werden Klimabedrohung und Terrorangriffe genannt. Unter dem Titel "Wenn der Krieg kommt" wurde die Broschüre im Jahr 1943 erstmalig ausgegeben.

Nach der ersten Verteilung der Kriegs-Broschüre im Jahr 1943, gab es in den 80er-Jahren bereits eine Neuauflage von "Om kriget kommer" (Wenn der Krieg kommt) zu Zeiten des Kalten Krieges, die jedoch nur für den internen Gebrauch der schwedischen Regierung angedacht war. Die Broschüre enthält Anweisungen an die Bevölkerung, wie man sich im Kriegsfall zu verhalten habe. 

Neue Bedrohungen, so die schwedische Regierung, fordern nun eine weitere Überarbeitung. Gegenüber dem Aftonbladet äußerte sich Christina Andersson, vom MSB (schwedische Behörde für Zivilschutz und Bereitschaft), die mit der Neuauflage von der schwedischen Regierung beauftragt wurde: 

Damals konzentrierte sich der Fokus nur auf den Krieg. Heute sieht die Gesellschaft ganz anders aus. Es gibt weitaus komplexere Bedrohungen durch Klimawandel, Terrorangriffe, Pandemien und Informationsmanipulationen. Menschen müssen wissen und lernen, wie man damit umgeht. 

Die neue Broschüre wird im Mai oder Juni an alle schwedischen Haushalte vergeben werden. Es ist Teil der Regierungsbemühungen die zivile Verteidigung auszubauen. 

Schwedische Polizisten vor einer Moschee in der Stadt Uppsala, Schweden, 2. Januar 2015.

Eine Umfrage aus dem letzten Dezember hatte ergeben, dass sich 59 Prozent der Schweden vor der Ausbreitung der Nuklearwaffen fürchten, und die schwedische Regierung dazu veranlasst, die Kriegs-Broschüre zu überarbeiten. 

Der schwedische Minister für Infrastruktur Tomas Enroth hatte Pläne für das Jahr 2018 bekanntgemacht, laut denen digitale Geozäune gegen den Terror helfen sollen und einen Angriff, wie den in der belebten Drottningsgatan Stockholms, künftig verhindern könnten. Gemeinsam mit der Überarbeitung der Broschüren soll die Zahl der Bunker in den kommenden zehn Jahren ausgebaut werden. Sie sollen die Schweden bereit für einen Angriff, auch nuklearer Art, machen.