"Kriegsähnliche Zustände" in Englands Krankenhäusern: Sterben Patienten auf den Fluren?

"Kriegsähnliche Zustände" in Englands Krankenhäusern: Sterben Patienten auf den Fluren?
Eingang in eine Notaufnahme in London. Auch teils Schwerkranke müssen derzeit stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen.
Tausende Patienten müssen in Rettungswagen warten, Schwerkranke harren stundenlang auf Stühlen in überfüllten Klinik-Fluren aus oder werden sogar dort behandelt, mehr als 50.000 Operationen mussten verschoben werden: In Englands Kliniken herrschen dramatische Zustände.

Zehntausende Operationen mussten abgesagt werden, um freie Betten und verfügbares Personal zu schaffen. Und somit auch die Krankenwagen, in denen die Patienten in den letzten Wochen teils stundenlang ausharren musste, bis man für sie einen freien Behandlungsraum in der Klinik finden konnte. In Englands staatlichen Klinken herrschen derzeit "kriegsähnliche Zustände" wie einige Ärzte gegenüber der Presse sagten. Einige sprechen auch von der schwersten Krise des Gesundheitsdienstes NHS seit Jahrzehnten.

(Symbolbild).

Die Lage ist so dramatisch, dass vor wenigen Tagen 68 Leiter von Notaufnahmen einen dringenden Appell an Premierministerin Theresa May gerichtet haben. In den Fluren der Krankenhäuser würden die Patienten sterben, schreiben die Mediziner im offenen Brief, den sie an die Presse gegeben haben. Dias geschehe, weil das Personal zu beschäftigt sei, um sie zu behandeln.

Während die Regierung darauf besteht, dass der staatliche Gesundheitsdienst NHS besser als je zuvor auf den Winter vorbereitet war, haben einige Universitätskliniken ihre Medizinstudenten gebeten, in den Notaufnahmen auszuhelfen. Durch die Grippe-Erkrankungen stiegen die Patientenzahlen vergangener Wochen stark an. Aber der NHS kämpft seit Jahren mit massiven Finanzierungsproblemen und Personalmangel. Die konservativen Regierungen von David Cameron und Theresa May haben seit 2010 Gelder gekürzt. Obwohl inzwischen das NHS-Budget um etwa ein Prozent erhöht worden ist, reicht das nicht aus, um mit dem Bedarf an Personal mitzuhalten.

Kritiker haben schon lange vor Zuständen wie diesen gewarnt und wurden ignoriert. Die Ursache für die Zustände sehen sie vor allem in der jahrelang durchgeführten Sparpolitik im Gesundheitswesen.