Diskriminierung in Polen: Baufirma verlangt gesonderten gelben Dresscode für Ukrainer

Diskriminierung in Polen: Baufirma verlangt gesonderten gelben Dresscode für Ukrainer
Bauarbeiter auf einer polnischen Baustelle mit dem Warschauer Kulturpalast im Hintergrund (Quelle: Reuters)
Für polnische Beschäftigte eines Bauunternehmens gibt es rote und grüne Arbeitshemden. Ukrainischen Arbeitern ist dagegen vorgeschrieben, die Farbe Gelb oder Orange zu tragen, je nach Sprachkenntnissen. Die Empörung unter Bürgerrechtlern in Polen ist groß.

In der polnischen Republik ist ein Fall bekannt geworden, wonach ein internationales Bauunternehmen einen diskriminierenden Dresscode für Ukrainer eingeführt hat.

Das Unternehmen selbst befindet sich im Dorf Wieruchowo bei Warschau. 

Wie sich Artikeln der Tageszeitung Gazeta Wyborcza und des Wochenmagazins Wprost zufolgeherausgestellt hat, handelt es sich um 40 ukrainischstämmige Mitarbeiter, die von der Maßnahme betroffen sind, die Kritiker als entwürdigend betrachten. Die polnische Abteilung des Bauunternehmens hat die besagte Kleiderordnung mit zwei Standards an einem Standort eingeführt, der insgesamt 200 Mitarbeiter beschäftigt.

Dabei wird zum einen zwischen den Funktionen unterschieden. Das heißt, die Leiter auf dem Bau tragen rote Hemden, Mechaniker hingegen grüne.

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Die ukrainischen Mitarbeiter wiederum werden in zwei eigene Kategorien eingeteilt: Diejenigen, die der polnischen Sprache nicht mächtig sind, tragen gelbe Hemden. Die Ukrainer, die Polnisch beziehungsweise Englisch sprechen können, tragen hingegen ein orangefarbenes Hemd. Nichtsdestotrotz bleiben die Ukrainer auf diese Weise als solche gesondert markiert.

Die beiden letzten Männer auf Erden vor einem

In Polen hat dieser Bericht für einige Empörung gesorgt. Der Vorstand des Vereins "Nie Wieder" spricht von einer "diskriminierenden Trennung der Mitarbeiter nach Herkunft und Nationalität".

Natalia Pachenko vom Verein "Euromaidan-Warszawa" erklärte:

Ich befürchte, dass kein Ukrainer offiziell Beschwerde einlegen wird. Er ist an den Arbeitgeber gebunden. Wenn er die Arbeit verliert, hat er lediglich einen Monat Zeit, um einen neuen Antrag für einen Aufenthaltstitel zu stellen. In diesem Zeitraum muss er auch einen neuen Arbeitgeber finden, der bereit ist, ihn legal anzustellen.

Parallelen aus dem Kino

Dieser bizarre Fall aus dem Warschauer Umland erinnert nicht wenige Cineasten an eine mehrere Jahrzehnte zurückreichende, dystopische Darstellung aus dem sowjetischen Kino. Der Science-Fiction-Film "Kin-dsa-dsa!" des sowjetisch-russischen Filmregisseurs Giorgi Danelia thematisierte, wie sich eine Gesellschaft auf einem entfernten Planeten in hohem Maße über die Kleidung aufteilt und kategorisiert. Dies ging so weit, dass selbst die Würde des Menschen in einen Dresscode eingebettet war, der alle weiteren Verhaltensweisen mitbestimmt und eine radikale Ungleichheit erzeugt.