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RT Spezial: „Lunik IX“ – Reise in die größten Roma-Slums Europas (I)

RT Spezial: „Lunik IX“ – Reise in die größten Roma-Slums Europas (I)
Bettelende Roma, Angehörige der größten ethnischen Minderheit Europas, gehören in vielen deutschen Städten mittlerweile zum Straßenbild. RT Deutsch hat sich auf eine Reise in deren Heimatländer begeben. Erste Station ist das Roma-Slum „Lunik IX“ im slowakischen Kosice.

Einst galt der Stadtteil Lunik IX, einer der Randbezirke der slowakischen Stadt Kosice, als sozialistisches Vorzeigeprojekt. Eine moderne Wohnanlage, idyllisch gelegen, direkt am Rand eines Waldes. Eine Trabantenstadt, ursprünglich konzipiert für 1.800 Menschen. Staatsbedienstete und Beamte sollten in Lunik ein neues, komfortables Zuhause finden.

Doch Anfang der 1990er Jahre siedelte man die Roma von Kosice hierher um und überließ die Häuser dem Verfall. Die ehemalige Trabantenstadt steht wie kein anderer Ort für die Ghettoisierung der Roma-Minderheiten Europas. In den knapp 500 Wohnungen der Plattenbausiedlung leben heute zwischen 5.000 bis 8.000 Menschen, ausschließlich Roma-Familien, unter katastrophalen Bedingungen.

Schon seit Jahren wird der Roma-Stadtteil nicht mehr von der städtischen Müllabfuhr angefahren. Die Müllberge türmen sich hinter den Hochhausburgen auf. Lunik IX ist nicht mehr an das Kanalisationssystem der Stadt Kosice angeschlossen, weshalb die Bewohner ihre Notdurft in den Treppenhäusern verrichten. Ein Leben unter schlimmsten hygienischen Bedingungen, zwischen Müllbergen, Fäkalien und Ratten, überzogen mit Sanktionen. Nur eine Stunde pro Tag haben tausende Bewohner über einen der wenigen funktionierenden Haushydranten Zugang zu Trinkwasser.

Mit der letzten Privatisierungswelle ehemaligen Staatseigentums der Slowakei ist die Energieversorgung ebenfalls nicht mehr in städtischer Hand. Lunik IX läuft nur noch über eine Notstromversorgung. Acht Amper stehen jedem der Häuserblöcke pro Tag zur Verfügung. Wird die Leistung in einem der Hochhäuser überschritten, schaltet sich der Strom in ganz Lunik für 24 Stunden ab. Sämtliche Gebäude sind einsturzgefährdet und trotzdem bewohnt.

In den letzten Jahren stellte der Europäische Sozialfond mehrere hundert Millionen Euro bereit, damit die größte ethnische Minderheit der Slowakei, die Roma, die EU-Vorgaben hinsichtlich Bildung, Integration und Arbeit erreichen. Die meisten Projekte scheiterten.

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