"Nichtmal genug für Kaffee": Britische Soldaten in Afghanistan erhalten je 1,-Pfund zu Weihnachten

"Nichtmal genug für Kaffee": Britische Soldaten in Afghanistan erhalten je 1,-Pfund zu Weihnachten
Britische Fans verfolgen ein Fußballspiel zwischen britischen und deutschen Truppen zum Gedenken an den Weihnachtsfrieden von 1914 im ISAF-Hauptquartier in Kabul, Afghanistan 25. Dezember 2016.
Als Premierminister May das Militär in ihrer Weihnachtsbotschaft dafür lobte, dass es das Vereinigte Königreich sicher gehalten hat, erfuhren die Truppen in Afghanistan, dass 500 Soldaten in Afghanistan jeweils nur £1 erhielten, um den Feiertag zu feiern.

Fünfhundert britische Soldaten, die nach Afghanistan entsandt wurden, wurden insgesamt nur 500 Pfund (700 Dollar) für Weihnachten zugeteilt, verriet die ‚Sunday Times’.  Einige sagten, dass die Genügsamkeit ihrer Verteidigungschefs die Truppen weit hinter ihren ausländischen Kollegen zurückließen. Soldaten des amerikanischen Kontingents hätten angeblich acht Weihnachtsbäume, Dekorationen, Truthähne, zahlreiche Geschenke und sogar eine Kopie des neuen Star Wars-Films empfangen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk

Der Kontrast zwischen dem amerikanischen und britischen Ansatz ist erschütternd", sagte ein britischer Offizier, der in Kabul stationiert war. Als Armee haben wir nicht so viel Geld wie die USA, aber selbst die Dänen und Mongolen schienen die Briten zu überbieten, bemerkte er.

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Das knappe Weihnachtsbudget habe die Moral beeinträchtigt, sagte ein Soldat der Zeitung: "Sie haben uns nicht einmal genug für einen Kaffee geschickt. Die Amerikaner schicken sogar mehr Geld, um die streunenden Katzen auf ihrem Gelände zu füttern."

In ihrer Weihnachtsansprache an die britischen Truppen hatte die britische Premierministerin betont, wie verbunden man den Streitkräften sei.

Die tapferen Herzen unserer Soldaten und Frauen, viele weit weg von ihren eigenen Lieben zu dieser besonderen Jahreszeit, arbeiten um uns zu beschützen.

Nach einem Truppenbesuch im sicheren Zypern twitterte sie

Ich habe mich gefreut, gestern Abend in Zypern anzukommen, um heute unseren tapferen Streitkräften mitzuteilen, wie wichtig ihre Arbeit ist - und wie sehr ich die Opfer schätze, die sie und ihre Familien im Dienste unseres Landes, insbesondere zu Weihnachten, bringen.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass Vorkehrungen für Weihnachtsfeiern "vor Ort getroffen werden".

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Trotz der monetären Sparsamkeit fühlten sich die Truppen zum Fest nicht völlig vergessen, seien doch von Freunden und Familie viele Pakete angekommen, so ein Offizier. Zusätzlich wurde am Freitag noch das Weihnachtsessen serviert. Außerdem gab es Schnee, der letzte Woche in Kabul gefallen ist.

Afghanistan ist nach wie vor Großbritanniens größter Auslandseinsatz.