Unabhängigkeitsparteien erhalten in Katalonien-Wahl absolute Mehrheit

Unabhängigkeitsparteien erhalten in Katalonien-Wahl absolute Mehrheit
Bei der Neuwahl in Katalonien haben die separatistischen Parteien am Donnerstag zusammen erneut die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament von Barcelona errungen. Das teilte die Wahlbehörde nach Auszählung von mehr als 93 Prozent der Stimmen mit.

Sofern die drei Unabhängigkeitsparteien koalieren, hätten JuntsxCat, ERC und CUP über 70 Sitze im 135-köpfigen Parlament.

Nach Angaben der Zeitung "La Vanguardia" aus Barcelona stellt sich die Aufteilung wie folgt dar:

1. Ciudadanos- 36 Sitze

2. JuntsxCat - 34 Sitze

3. ERC - 32 Sitze

4. PSC - 17 Sitze

5. Katalonien in Comú-Podem - 8 Sitze

6. CUP - 4 Sitze

7. PP - 4 Sitze

Am Donnerstag gab es in Katalonien eine Rekordwahlbeteiligung von mehr als 80%. Das Ergebnis war vor allem für die Partido Popular des spanischen Ministerpräsidenten, Mariano Rajoy, enttäuschend.

Rajoy hatte am 27. Oktober die vorgezogenen Wahlem ausgerufen, nachdem die spanische Regierung die katalanische Führung entlassen und das Regionalparlament nach dem umstrittenen Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens aufgelöst hatte.

So kommentierte der Politiker Xavier García Albiol, heute sei ein schlechter Tag wegen der Ergebnisse, aber vor allem auch für die Zukunft Kataloniens

Nach den vorläufigen Auszählungen hatte die liberale Partei Ciudadanos der Spitzenkandidatin Inés Arrimadas mit 35 Sitzen bereits vorn gelegen. Die 36-jährige Gegnerin einer Abspaltung der Region von Spanien hat allerdings aufgrund des schlechten Abschneidens ihrer möglichen Koalitionspartner laut Beobachtern keine Chance auf eine Regierungsbildung.

Die somit gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass der abgesetzte Präsident Carles Puigdemont als neuer Präsident hervorgeht, wirft die Frage auf, wo er sein Amt ausführen wird, da er Verhaftung riskiert, sobald er einen Fuß auf spanischem Boden setzt. Experten meinen, dass es Präzedenzfälle gibt, so dass er in Belgien als Präsident Kataloniens agieren könnte, jedoch ohne Exekutivbefugnisse. 

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Der Rock-Fan und Vater zweier kleiner Mädchen riskiert wie seine Mitstreiter wegen dem Vorwurf der Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel eine lange Haftstrafe. Er hatte jedoch angekündigt, bei einem Wahlsieg in seine Heimat zurück zu kehren:

Ich werde das Risiko einer Verhaftung eingehen, um als Präsident eingesetzt zu werden", versprach er seinen Anhängern.

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