Jeremy Corbyn und Noam Chomsky gewinnen Internationalen Friedenspreis - Medien verschweigen es

 Jeremy Corbyn und Noam Chomsky gewinnen Internationalen Friedenspreis - Medien verschweigen es
Seán MacBride, Nobelpreisträger und Gründer von Amnesty International, erhielt selbst hohe Auszeichnungen für seine Arbeit.
War da was? Vor einer Woche erhielt der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn für seinen jahrelangen unermüdlichen Einsatz für den Frieden zusammen mit Noam Chomsky den Sean-MacBride-Preis. In den Medien herrscht überwiegend Funkstille darüber.

Vor einer Woche wurde der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn nach einer wegweisenden Rede in Genf mit einem hoch angesehenen internationalen Friedenspreis ausgezeichnet. Zusammen mit dem politischen Aktivisten und Historiker Noam Chomsky erhielt Corbyn den diesjährigen Séan-MacBride Friedenspreis - eine prestigeträchtige Auszeichnung, die der Erinnerung an den Friedenskämpfer Seán MacBride gewidmet ist, der 1974 den Friedensnobelpreis erhielt.

Sicherlich sind einige Preise prestigeträchtiger als andere. Der Medientrubel um die Verleihung eines Friedenspreises hängt wohl auch vom Preisträger und den Präferenzen der Medien ab. Während sich die westlichen Qualitätsmedien überwiegend gern als Verfechter von Menschenrechten gerieren, war diese Preisveleihung kaum eine Meldung wert, obwohl Seán MacBride auch Gründungsmitglied von Amnesty International war.

Die Kriege der NATO ziehen immer wieder Proteste auf sich. Die Jugendorganisation der Labour-Partei fordert nun den Austritt Großbritanniens aus dem Militärbündnis.

Corbyn erhielt die prestigeträchtige Auszeichnung für seine "nachhaltige und kraftvolle politische Arbeit für Abrüstung und Frieden" und, im Gegensatz zu fast allen anderen westlichen Mainstream-Politikern, für die Suche nach"Alternativen zum Krieg". 

Sein jahrelanger Einsatz für die politische Botschaft der nuklearen Abrüstung habe er innerhalb als auch außerhalb des Parlaments in die Welt getragen. Als Abgeordneter im Vereinigten Königreich hat er sich über 34 Jahre lang kontinuierlich für Gerechtigkeit, Frieden und Abrüstung sowie für Alternativen zum Krieg eingesetzt. Seinen Prinzipien bleibe er auch als Chef der Labour-Party und Oppositionsführer treu und befürwortet eine Neuausrichtung der Haushaltsprioritäten, um die Militärausgaben zu kürzen und stattdessen mehr für Gesundheit, Wohlfahrt und Bildung auszugeben.

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Während Jeremy Corbyn wohl auch im Vergleich zu einigen Friedensnobelpreisträgern ein wahrer Pazifist ist, gehört er eben nicht dem Establishment an, sondern legt sich immer wieder aufs Kreuz. Erst Anfang diesen Monats bestätigte er gegenüber der Investmentbank Morgan Stanley, dass er durchaus als Bedrohung für die Banken betrachtet werden könne, würde er sich doch für eine Umverteilung zugunsten der einfachen Menschen aussprechen.

Morgan Stanley warnte Investoren am 26. November davor, dass die politische Unsicherheit in Großbritannien eine größere Bedrohung darstelle als der Brexit, da die Gefahr besteht, dass Corbyn die Macht gewinnt und dann die einst als eine der stabilsten freien Marktwirtschaften der Welt angesehene Volkswirtschaft zerschlägt.