Razzien gegen Zollbetrug: Bulgarien beschlagnahmt Bitcoins im Wert von Fünftel der Staatsschulden

Razzien gegen Zollbetrug: Bulgarien beschlagnahmt Bitcoins im Wert von Fünftel der Staatsschulden
Bulgarien hat Hunderttausende von Bitcoins im Zuge einer Anti-Korruptions-Operation beschlagnahmt, berichtet Zerohedge. Diese sind derzeit 3,6 Milliarden US-Dollar wert, was ausreichen würde, um ein Fünftel der Staatsschulden des Landes zu tilgen.

Nachdem das Southeast European Law Enforcement Center (SELC) eine Untersuchung zu einem mutmaßlichen Fall von Zollbetrug durchgeführt hatte, verhafteten die Sicherheitsbehörden im Mai Dutzende von Menschen, schreibt das Portal Zerohedge.

Die Polizei beschlagnahmte in diesem Zusammenhang auch 213.519 Bitcoins, damals im Wert von 500 Millionen US-Dollar. Mittlerweile ist der beschlagnahmte Betrag jedoch ungefähr 3,6 Milliarden US-Dollar wert, da die digitale Währung einen regelrechten Boom hinter sich hat. Der Wert der digitalen Währungseinheiten entspricht zurzeit etwa einem Fünftel der Verschuldung des bulgarischen Staates, die ungefähr bei 16,5 Milliarden US-Dollar liegt.

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Korrupte Zollbeamte als Mittäter

Die Operation umfasste eine groß angelegte Durchsuchung von "mehr als 100 Adressen, Verdächtigen und Fahrzeugen", so SELC. Von den 23 Verdächtigen, die verhaftet wurden, waren fünf bulgarische Zollbeamte. Die Polizei beschlagnahmte zudem "Geräte, Kommunikationsutensilien, Computer, Tablets und Bankdokumente".

Die organisierte kriminelle Gruppe bestand aus bulgarischen Staatsangehörigen mit Verbindungen in die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, nach Griechenland, Rumänien und Serbien",

verkündete das SELC.

Laut der Polizei rekrutierte die Gruppe "korrupte Zollbeamte in allen beteiligten Ländern mit dem Ziel, ein Virus in die EDV-Systeme des Zolls einzuschleusen".

Sobald das Virus installiert war, konnten die Täter den Sendungsverlauf ändern, so dass es im Zollsystem so aussah, als wäre die Ladung bereits kontrolliert und genehmigt worden.

Bitcoin-Investition sollte Verfolgung erschweren

SELC hat darauf hingewiesen, dass "die Täter Bitcoin als eine Möglichkeit wählten, Geld zu investieren und zu sparen, weil es [im Fall eines solchen Vorgehens] ziemlich schwierig ist, ausgespäht und verfolgt zu werden".

Die wertvollste Krypto-Währung der Welt, der Bitcoin, erreichte letzte Woche ihr Allzeithoch von 18.000 US-Dollar. Ihr Wertzuwachs in diesem Jahr war dramatisch, da das Token am 1. Januar noch weniger als 1.000 US-Dollar wert war. Der Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Bitcoins übertrifft bereits den Wert von Jahresproduktionen ganzer Volkswirtschaften wie zum Beispiel Portugal und Katar.

Anfang dieser Woche wurde der Bitcoin laut dem Portal CoinMarketCap mit 16.669 US-Dollar gehandelt.

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