"Erase and Rewind" - Tony Blair will den Brexit rückgängig machen

"Erase and Rewind" - Tony Blair will den Brexit rückgängig machen
Der britische ehemalige Premierminister Tony Blair bei einer Gedenkveranstaltung in London, Großbritannien, 12. November 2017.
Den britischen Wählern stünde ein zweites Referendum zum Brexit zu, so der ehemalige Premierminister Tony Blair. Er wolle dabei helfen, den Brexit rückgängig zu machen. Gegenüber der BBC sagte Blair: "Es ist umkehrbar. Es ist nicht passiert, bevor es passiert ist."

In Brüssel treffen sich am Montag EU-Komissionspräsident Jean-Claude Junker und die amtierende Premierministerin Theresa May, um die Brexit-Verhandlungen auf den Weg zu bringen. 

Tony Blair will zum Retter seiner Nation werden und ein zweites Referendum zum Brexit-Ausstieg herbeiführen. Die angestrebten Regierungsziele sieht er als unrealistisch und unerreichbar an. Ein Verlassen des EU-Wirtschaftsraums und einer gleichzeitigen Schaffung von Handelsvorteilen sei nicht erreichbar. Der ehemalige britische Premierminister hatte sich von Beginn an gegen den Brexit gestellt.

Laut einer Umfrage, welche die britische Zeitung "Mail on Sunday" veröffentlichte, sind die Hälfte der Briten für einen erneuten Wahlgang. Kritik findet auch die Art des Brexits. Großbritannien würde durch den Brexit, der Mehrheit der Umfrageteilnehmer nach, zu viel an Brüssel zahlen. Rund 50 Milliarden Euro muss die Regierung der Briten an die EU zahlen, um sich von der Europäischen Union loszulösen. Diese Zahl beinhaltet Rückzahlungen für europäische Förderprogramme, Haftung für Schulden, Pensionsverpflichtungen und laufende Verpflichtungsabkommen bis 2020, zu denen sich Großbritannien bereit erklärt hatte. 

Keine EU-Behörden ziehen aus Großbritannien nach Deutschland um

Tony Blair: 

Ich glaube daran, dass letztendlich, wenn das Land die Möglichkeiten dieser neuen Beziehung erkennt, werden sie realisieren, dass es entweder etwas ist, was dem Land schlimmen Schaden zufügt, oder alternativer Weise werden wir nach dem Verlassen der EU versuchen, (...) die Vorteile (...) wiederherzustellen. Viele Menschen werden denken: Was nützt es?"

Die Bürger würden jetzt realisieren, dass die Versprechen des Brexits nicht eintreten werden. Es wird kein "extra Geld geben". Keine Gelder werden durch den Brexit in das Gesundheitssystem fließen, so wie die Brexit-Befürworter es versprochen hatten. Auf Bussen der Brexit-Befürworter wurde damit um Stimmen geworben, dass Großbritannien 350 Millionen Pfund pro Woche an die EU zahle, welche stattdessen in das britische Gesundheitssystem fließen könnten. Diese Zahl erwies sich als falsches Versprechen, da sie keinen Bezug zur tatsächlichen Rückzahlungsdebatte hatte. 

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