NATO-Türkei-Beziehung bröckelt weiter: Ankara zieht Truppen von NATO-Übung in Norwegen ab

NATO-Türkei-Beziehung bröckelt weiter: Ankara zieht Truppen von NATO-Übung in Norwegen ab
General der türkischen Streitkräfte, Hulusi Akar, und Tayyip Erdoğan, Ankara, Türkei, 10.September 2015.
Türkische Soldaten wurden von einer NATO-Übung in Norwegen zurückgezogen, nachdem dort Erdoğan und Atatürk als Feinde dargestellt wurden. 40 Soldaten aus der Türkei befanden sich zur Übung in Norwegen. Die NATO äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall.

Über den Vorfall bei der NATO-Übung haben Hulusi Akar, General der türkischen Streitkräfte, und Omer Celik, Minister für EU-Angelegeneiten, Erdoğan informiert. 

Recep Tayyip Erdoğan in Ankara:

Es gab einen Zwischenfall in Norwegen. Sie stellten eine Art Feinde-Diagramm mit dem Namen Atatürks und meinem Namen auf. Als wir dies hörten, war unser Stabschef und EU-Minister auf dem Weg nach Kanada. Es war eine NATO-Übung, wir hatten dort 40 Soldaten. Wir entschieden, die Truppen abzuziehen, und sie begannen den notwendigen Prozess (des Abzugs). Wir sagten: Zieht die Truppen ab, auch wenn sie die Namen wieder herausnehmen." 

Nachdem die Türkei bekannt gegeben hatte, russische Luftabwehrsysteme vom Typ S-400 zu erwerben, drohte der amerikanische Verteidigungsminister mit Konsequenzen für die Rolle der Türkei in der NATO: 

Das ist eine souveräne Entscheidung der Türkei. Allerdings ist klar, dass dies mit der NATO nicht interoperabel sein wird. Also müssen sie das bedenken, wenn sie weitermachen."

Der Zusammenhalt zwischen der NATO und der Türkei bröckelt. Die Türkei galt der NATO als Puffer zum Nahen Osten. Mit Argwohn beobachtet die NATO eine Annäherung der Türkei an Russland und deren gemeinsamen Kampf gegen den Terror in Syrien. Der Kauf der russischen Luftabwehrsysteme ist nur ein Beispiel.

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Bei einem Treffen zwischen dem türkischen und dem russischen Präsidenten in Sotschi gaben die beiden Staatschefs bekannt, die Handelsbeziehungen zwischen ihren Ländern zu vertiefen. Gemeinsam mit dem Iran wollen sie den Astana-Prozess zu weiteren Ergebnissen führen und Syrien zur Normalität verhelfen.