Polens illegal importierte Kohle aus dem Donbass - Problemloser Export nach Europa?

Polens illegal importierte Kohle aus dem Donbass - Problemloser Export nach Europa?
Wagen mit Kohle aus dem Donbass, von Aktivisten angehalten an der Station Krywyj Torez unweit des Dorfes Schtscherbiwka im Donezker Gebiet (14. Februar 2017, Quelle: Reuters)
Laut der polnischen Zeitung "Gazeta Prawna" soll die polnische Firma TD Anthracite zusammen mit der Führung der selbsternannten Volskrepublik Donezk ostukrainische Kohle an andere EU-Länder weiterverkauft haben.

Die polnische Zeitung "Gazeta Prawna" zitiert die Website Carbones, einen weltweiten Händler in der Kohlewirtschaft mit Sitz in Österreich:

Wir bieten ukrainische Anthrazitkohle von unseren dauerhaften Lagern in Italien, Polen, Bulgarien und Österreich.

Carbones soll mit der polnischen Firma TD Anthracite in Zusammenarbeit stehen. 

Die ukrainische Anthrazitkohle soll laut Meldungen ausschließlich aus den Minen innerhalb der Gebiete der selbsternannten Volksrepubliken von Donezk und Lugansk in der Ost-Ukraine stammen. Die Zechen wurden im April 2014, nach der ukrainischen Revolution, von Regierungsgegnern okkupiert. Ein bewaffneter Konflikt, der aus der Bewegung des Euromaidans resultierte, war die Folge.

Laut der polnischen Zeitung heißt es weiter, dass die österreichische Firma Carbones und die polnische Firma TD Anthracite ihren Handel in den Jahren zwischen 2013 und 2015 um 125 Prozent gesteigert haben. Insgesamt wurden dadurch 6.500 Tonnen Anthrazitkohle nach Polen geliefert. Die polnische Firma dementiert bisher diese Behauptungen.

Letzte Woche berichtete die "Gazeta Prawna", dass Polen Anthrazitkohle erhielt, die in der Volksrepublik Lugansk gewonnen wurde. Der Rohstoff wurde von der Firma Doncoaltrade geliefert, die im Jahr 2012 in der polnischen Industriestadt Katowice registriert wurde. Oleksandr Melnychuk ist der Vorsitzende dieser Firma und hatte vorher das Amt des Energieministers in der Volksrepublik Lugansk inne.

Im Anschluss hat der polnische Energieminister Krzysztof Tchórzewski bestätigt, dass Kohle aus dem Donbass importiert wurde. Gleichzeitig beteuerte er, alle Maßnahmen zu ergreifen, um illegale Lieferungen zu stoppen.

Der Donbass, einschließlich der Gebiete Donezk und Lugansk, ist das größte Territorium der Kohleförderung in der Ukraine. Der Konflikt in der Region hat Kiew vom Zugang zu diesen Rohstoffen abgetrennt. Die Regierung erlebt aufgrund des Kohlemangels einen Energienotstand der von ukrainischen Nationalisten entfacht wurde. Diese haben die Zuggleise, die von den selbsternannten Volksrepubliken ausgehen, blockiert.