Streit zwischen Moskau und Sofia über Judenrettung während des Zweiten Weltkriegs

Streit zwischen Moskau und Sofia über Judenrettung während des Zweiten Weltkriegs
Ein Mitglied der bulgarischen Jugendorganisation der Sozialistischen Partei säubert eine Statue in Gedenken an die Rote Armee, Sofia, Bulgarien, 18. Februar 2010.
In Sofia wurde ein Monument der Roten Armee mit einem antisemitischen Graffiti beschmutzt. Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa verurteilte die judenfeindlichen Schmierereien. Daraus entbrannte ein Streit darüber, wer in der Vergangenheit die bulgarischen Juden gerettet hat.

1941 wurde Bulgarien zu einem Alliierten Deutschlands und Italiens und erhoffte sich durch diesen Anschluss, verlorene Gebiete aus dem Ersten Weltkrieg wiederzuerlangen.

Nach den Graffitischmierereien auf einem Monument zum Gedenken an die Rote Armee veröffentlichte die russische Botschaft zwei Stellungnahmen. Sie lobte unter anderem die Bulgaren für den Kampf gegen die Nazis und das Mitwirken in der Roten Armee. 

Die Spieler von Lazio Rom liefen mit einem Bild von Anne Frank aufs Feld. Der Club aus Rom leidet unter seinem Image als

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel hebt den Widerstand des Vizesprechers der bulgarischen Nationalversammlung, Dimitar Peshav, und die der Bulgaren Sofia Stefan und Plovdiv Kiril hervor. 

Sacharowa sagte: 

Diese Eskapade ist nicht hinzunehmen, besonders im Hinblick auf die Tatsache, dass während des Zweiten Weltkriegs unseren Soldaten zu verdanken ist, dass die Deportationen der Juden aus Bulgarien verhindert wurden und so rund 50.000 Menschen vor dem Tod bewahrt worden sind."

Der bulgarische Außenminister und der Präsident wetterten gegen die Aussage Sacharowas. Der Außenminister Bulgariens:

Als bulgarische Bürger auf den Gleisen standen, die zu den Nazi-Todeslagern führten; als Vertreter der bulgarischen Politik, Wirtschaft und der intellektuellen Elite, die mit Briefen zur Verteidigung der bulgarischen Juden protestierten, (...) war die Rote Armee tausende von Kilometern fern der Grenzen Bulgariens." 

Die Zeitung "The Sofia Globe" zitierte den bulgarischen Präsidenten Routen Radev, der ebenfalls die russische Geschichte rügte. Er sprach von einer "tiefen Ignoranz der Geschichte oder einem Versuch der Provokation". 

Der Experte für russische Militärgeschichte, Michail Myagkow, bestätigte die Aussage Sacharowas: 

Unsere Außenamtssprecherin liegt völlig richtig, indem sie sagt, dass dank unserer Kämpfer die Deportation von Juden in Bulgarien verhindert wurde."