Wie weiland Eric Cantona: Französischer Fußballer mit Karatekick gegen Fan

Wie weiland Eric Cantona: Französischer Fußballer mit Karatekick gegen Fan
Technisch perfekt, ethisch mehr als bedenklich: der Karatekick von Partice Evra
Während einer Begegnung in der Europa League kam es zu einem Eklat. Der französische Fußballspieler Patrice Evra trat einem Fan in Karatemanier an den Kopf. Schon vor 22 Jahren streckte der Franzose Eric Cantona einen Störer mit einem ähnlichen Tritt nieder.

Der 36-jährige Patrice Evra hat noch vor dem Anpfiff der Partie zwischen Olympique Marseille und Vitoria Guimaraes in der Europa League für einen Eklat gesorgt. Der französische Nationalspieler ist wegen eines Karatekicks gegen einen Fan noch vor dem Anpfiff ausgeschlossen worden. Schiedsrichter Tamas Bognar aus Ungarn verwies den Weltstar unmittelbar nach dem Tritt des Platzes.

Evra will provoziert worden sein

Der 36-jährige Evra hatte sich gemeinsam mit Mannschaftskollegen am Spielfeldrand zunächst friedlich mit Fans aus dem eigenen Lager ausgetauscht, ehe er plötzlich nach einer vermeintlichen Provokation einen Kick auf Gesichtshöhe ausführte. Die portugiesischen Ordner beendeten die daran anschließenden Rangeleien.

Evra sollte eigentlich auf der Ersatzbank Platz nehmen. Aufgrund schwacher Leistungen in den letzten Wochen hatte der Franzose seinen Stammplatz an den 13 Jahre jüngeren Jordan Amavi verloren. Das Spiel selbst gewannen die Portugiesen mit 1:0 und rückten damit in der Gruppe I zwei Spieltage vor Schluss der Gruppenphase bis auf zwei Punkte an Marseille heran, das hinter Tabellenführer RB Salzburg (acht Punkte) mit sechs Zählern auf Platz 2 liegt.

Cantona: Turba vult

Evra hat, was seinen Ausraster betrifft, einen "legendären" Vorgänger: Vor 22 Jahren streckte der damalige französische Superstar Eric Cantona in Diensten von Manchester United den Crystal-Palace-Fan Matthew Simmons mit einem Kung-Fu-Tritt nieder.

Nach der Aktion am 25. Januar 1995 wurde der damalige Stürmerstar von Manchester United für neun Monate gesperrt und mit 120 Stunden Sozialarbeit belegt.

Vor seinem Ausraster war Cantona von dem Palace-Anhänger beleidigt worden. Die Entgleisung sei zwar ein Fehler gewesen, gestand der Franzose Jahre später ein, aber er habe sich dazu hinreißen lassen, um "die Fans glücklich zu machen".

Vielleicht träumen viele davon, diese Art von Menschen zu treten. Ich habe es für sie getan. Das gibt ihnen eine Art von Freiheit", sagte Cantona.